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Happy Halloween (nachträglich)!

Hach, gerade habe ich eine meiner Stunden für morgen vorbereitet und brauche erst mal eine Pause. Heute Mittag war ich wieder im Jungshaus Kilbracken zum Mittagessen und es war soo lustig. Ich saß am LXX-Tisch (oh je, wieder so eine Rugby School-Abkürzung.... die XX = 20 sind der Abiturjahrgang, die LXX = Lower Twenty sind der Jahrgang darunter, also die ca. 17jährigen). Ich habe mich während eines Lunch noch nie so gut unterhalten wie heute – lag wahrscheinlich auch daran, dass einer meiner Lieblingsschüler gegenüber von mir saß. Da kommt frau kaum zum Essen.

Und sonst? Nach einem äußerst langen und anstrengenden Montag habe ich bisher eine sehr schöne Woche verbracht. Sowohl Dienstag als auch Mittwoch bin ich einkaufen gegangen... Das macht aber auch so einen Spaß! *g* Und bei allem sage ich mir „Hey, du bist nur ein Mal in Rugby, also gönnst du dir das jetzt!“ - auf diese Weise habe ich in den Monaten hier schon fast mehr Geld ausgegeben als ich zu Hause in einem halben Jahr tun würde. Für einen guten Zweck habe ich aber wenigstens auch mal was bezahlt, nämlich für die Royal British Legion: Ca. ein bis zwei Wochen vor dem Remembrance Day, an dem man vor allem an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs denkt (11.11.), kauft man sich eine Papier- oder Plastikmohnblume zum Anstecken (genannt poppies, da poppy = Mohn, Mohnblume), weil diese Blumen während des Ersten Weltkriegs an der Front geblüht hatten. Natürlich trage ich auch eine (ein Luxusteil aus Plastik an der Bluse und eine Papierblume am Mantel). Aber genug von geschichtlicher Traditionenbelehrung.
Am Dienstag war ich erstmals im Tesco in Rugby, da Noemi uns mitgenommen hat (zu Fuß ist es viel zu weit) – endlich mal ein richtig großer Lebensmittelladen! Ich musste natürlich gleich an meine Kursfahrt nach London in der Oberstufe denken, als wir fast täglich zu Tesco's einkaufen gegangen sind, ne Sonja? :D

Gestern Abend war ja Halloween und das wurde in meinem Haus Griffin natürlich „gefeiert“. D.h. zum Nachtisch gab es karamellisierte Äpfel am Stiel und überall standen ausgehöhlte Kürbisse, die wir nach dem Abendessen dann draußen in die Einfahrt stellten – siehe Foto:

Heute Nachmittag habe ich wieder eine Spanischstunde und ich muss dringend wiederholen.
Heute Abend feiert Carissa ihren Geburtstag und ich schätze mal, dass Maria auch dabei sein wird, da sie ebenfalls heute Geburtstag hat. Eingeladen hat allerdings nur Carissa. Mal sehen...

Was mir gerade einfällt: Gibt es eigentlich noch Interessenten für eine handgeschriebene Irene-Postkarte aus Rugby, von denen ich noch keine Adresse bekommen habe? Falls ja, mailt mir doch bitte eure Adresse.

Und nun muss ich mich mal an Spanisch setzen... Tengo mi carpeta y mi pluma, weil ich jetzt was lernen möchte. (Oh je, bestimmt total falsch...)
¡Hasta pronto!

Eure Irene

1 Kommentar 1.11.07 17:23, kommentieren



Salsa

Gestern war ein richtig schöner Tag. Eigentlich hatten Marie, Laurianne und ich vor, nach Birmingham zum Einkaufen und zu einem assistants-Treffen zu fahren, aber da ausnahmsweise nur Busse fuhren, entschieden wir uns spontan dagegen. Ich durchforstete dann allein Rugbys Läden nach einem neuen Wintermantel und war sehr erfolgreich. Natürlich kaufte ich nicht nur den Mantel... *räusper* (zum Thema shopping siehe letzten Blogeintrag) Danach traf ich Maria in der WG und zum ersten Mal seit den Ferien redeten wir... Im Department sehe ich sie so gut wie nie, da sie auch viel weniger Stunden als Marie und ich hat und vor lauter Arbeit bin ich diese Woche meist gleich in meinem Zimmer verschwunden, da ich auch keine Lust hatte, Bridie über den Weg zu laufen. Sie hat das Reden jetzt so ziemlich ganz eingestellt, warum auch immer. Gut so. *ggg* Jedenfalls zurück zum Wesentlichen: Am Abend hat Noemi Marie, Laurianne und mich mit nach Birmingham in einen riesigen Salsaclub genommen. Auf dem Weg dorthin sahen wir wahnsinnig viele Feuerwerke und Feuer – denn gestern wurde in Großbritannien die sogenannte bonfire night oder auch Guy Fawkes Night gefeiert (als Erinnerung an die Verhinderung des Gunpowder Plot am 5. November 1605, als einige Katholiken um Guy Fawkes versucht hatten, die Houses of Parliament in London in die Luft zu jagen). Ebenfalls gewisserweise explosiv, aber weniger gefährlich: Salsa! *g* Superüberleitung, oder? Nachdem wir einen Aufwärmkurs gemacht hatten, nahmen Marie und ich am Anfängerkurs teil und lernten die Basisschritte und Drehungen. Ab 22 Uhr waren die Stunden schließlich beendet und der Saal wurde zum echten Salsaclub – tja und man glaubt es kaum, aber ich habe tatsächlich getanzt. ICH! *lol* (Was, Kata, nun aber nicht heißt, dass ich auch im Kreuz tanzen würde – das ist was gaaanz anderes!) Um 0 Uhr gab es eine Tanzshow und danach ging es wieder „normal“ weiter. Es war sooo voll in diesem Saal – da musste man echt aufpassen, dass man niemanden beim Tanzen verletzt oder selbst vom ein oder anderen Arm getroffen wird. Später verließen wir Birmingham aber unverletzt und kamen auch heil in Rugby an.

Heute habe ich schon meine Hauspflichten erfüllt: Ich war dran mit Küche-, Wohnzimmer- und Bad-Putzen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Staubsaugen hasse? Vielleicht können es die Langhaarigen unter euch nachvollziehen? Lange Haare am Boden werden nämlich vom Staubsauger nicht wirklich erfasst und so verbringe ich immer viiiiel Zeit kniend auf meinem Teppichboden... wäh...

Nun gut, ich genieße jetzt noch ein bisschen die frische Luft und die Sonne draußen, bevor ich anfange, meine Stunden für morgen zu planen.
Meldet euch mal wieder,
take care! Irene

1 Kommentar 4.11.07 15:45, kommentieren

Stratford-upon-Avon

Gestern sind Marie und ich mit vielen Schülern und einigen Lehrern des English Department nach Stratford-upon-Avon gefahren, um die Aufführung „Henry V“ der Royal Shakespeare Company im Courtyard Theatre anzuschauen. Es war eines der besten Theaterstücke, die ich je gesehen habe! Wunderbar traditionell und natürlich in der Originalsprache, trotzdem mit moderner Technik und unglaublich guten Ideen bei der Umsetzung. Eine fantastische Inszenierung! Die 3 Stunden und 20 Minuten flogen nur so dahin. Ich bin immer noch ganz hin und weg. Vielleicht werden wir demnächst noch mal nach Stratford fahren, um von der Shakespeare-Stadt auch bei Tageslicht etwas zu sehen.

Heute war ich natürlich schön müde und eine neue Erkältung scheint schon wieder im Anmarsch zu sein. Daher habe ich mich auch entschieden, ausnahmsweise mal zu Hause zu bleiben, denn obwohl es draußen sonnig ist, ist es doch schon ziemlich kalt.

Beim Schreiben höre ich übrigens meine „We Will Rock You“-Musical CD von 2003 aus London – als Vorbereitung auf Freitag, denn da werde ich mir das diesjährige Schulmusical ansehen, das passenderweise „We Will Rock You“ sein wird. Natürlich wird es nicht mit dem Original verglichen werden können, aber wenn man dafür einige eigene Schüler auf der Bühne sieht, ist das ja auch ganz anders und cool.
Bis bald!

6.11.07 18:12, kommentieren

Ich hasse Kranksein!

 *hust * - *schnief * - ja, mich hat schon wieder eine fette Erkältung erwischt! Ahh! Ich versteh das nicht, das Wetter ist überhaupt nicht so schlecht, als dass es daran liegen könnte. Wahrscheinlich arbeite ich zu viel und schlafe zu wenig und daher hat sich mein Immunsystem mal eben frei genommen. NERV. Den toll aussehenden Lachs heute Mittag im Haus Sheriff konnte ich gar nicht schmecken, der Kaffee, den es danach gab, hätte genauso gut heißes Wasser sein können.
Und dann ist heute Abend ja „We Will Rock You“ - ich werde aber auf jeden Fall hingehen und mich mit Hustenbonbons bewaffnen. Denn normalerweise bekomme ich immer in Kirchen oder im Theater Hustenanfälle. Immer! Das muss was Psychologisches sein...

Jedenfalls wollte ich kurz erzählen, dass ich heute trotz meines grandiosen Gesundheitszustands Amy im Design Centre der Schule besucht habe und sie hat mir die Photography-Abteilung gezeigt – total cool! Was die für Bücher haben, Wahnsinn. Die hätte ich am liebsten alle einfach mitgenommen. Die Galerie der Schule habe ich mir dann auch gleich angesehen. Ich wusste vorher gar nicht, dass wir auch eine Galery haben... Die Bilder, die da im Moment ausgestellt sind, sind von einem Künstler namens R.B. Talbot Kelly, der in den 60ern u.a. Lehrer an der Rugby School war. Die Werke sind aber nicht soo teuer (für meine Verhältnisse natürlich schon): 400£ bis 15000£. Zur nächsten Ausstellung werde ich bestimmt wieder gehen.

Ach ja, was ich mal loswerden wollte: Vielen lieben Dank an die, die mir immer so schöne eMails schreiben! Da merkt man, wer die wahren Freunde sind.

In diesem Sinne bis bald
und liebe Grüße!

1 Kommentar 9.11.07 17:15, kommentieren

Immer noch krank...

Komme gerade vom Abendessen (Salatbar – genau richtig für mich heute), nach dem mich meine Matron Liz noch wundervoll mit Hustensaft, Eukalyptusöl und Paracetamol versorgt hat, da meine Erkältung immer noch nicht besser ist, und das, obwohl ich den gesamten Samstag und den ganzen Sonntag (abgesehen von eben) in meinem Bett bzw. in der Wohnung verbracht habe. Echt das langweiligste und zugleich anstrengendste Wochenende seit Jahren – denn meine einzige Beschäftigung neben Husten und Taschentücher in Massen verbrauchen war Tee und heiße Milch trinken, lesen, dösen und ab und zu im beschränkten Internet surfen. Und ach ja, am Samstagabend war wieder in unserem Keller und „Vorgarten“ die Schülerbar, die allerdings etwas früher als sonst beendet wurde: Um ca. 22h gab es nämlich einen ohrenbetäubenden Feueralarm (nur Testalarm), der mich zu Tode erschreckte, da ich gerade mit nassen Haaren aus dem Bad kam und überhaupt nicht kapierte, was da gerade abgeht. Da es Marie genauso schlecht ging (/geht) wie mir, entschieden wir uns aber auf die Gefahr hin zu verbrennen, einfach nicht rauszugehen. Das wäre ja auch ein Spaß für unsere Oberstufenschüler gewesen, uns in Pyjamas in der Kälte zu treffen. Nein Danke.

Ein Highlight war aber wenigstens am Freitagabend das Musical! Natürlich konnte es mit der aufwändigen London-Produktion nicht mithalten, aber die Stimmen der SchülerInnen waren erstaunlich gut und auch die Bühnenpräsenz super. Ich habe danach dann erst mal meine Original-Dominion Theatre-CD gehört und bin wieder total im Queen-Fieber wie nach der Kursfahrt 2003.

Heute Abend verpasse ich nun leider das Herbstkonzert der Schule, aber es hätte herzlich wenig Sinn, mich da hinzusetzen, um dann alle mit meinem Geröchel zu stören... Trotzdem schade. Dafür habe ich jetzt angefangen, mal Radio zu hören. Rugby FM heißt der grandiose Sender meiner Wahl. Sicher nicht so gut wie das Konzert aber auch okay...

Wann kommt mich eigentlich mal jemand besuchen??

Best Wishes,
Irene

11.11.07 20:25, kommentieren

My week - or: Rugby, Oxford, London and the problems you can have...

...when living in a flat-sharing community..................

An alle Lange-Einträge-Verweigerer ein Sorry, denn dies wird ein solcher Eintrag...

Mein letztes Lebenszeichen gab es vor einer Woche. Am Montag ging es mir wesentlich besser, aber ganz ist meine Erkältung immer noch nicht weg und ich befürchte, dass sie das auch nicht tun wird. Einige Kollegen haben uns nämlich gesagt, dass viele Lehrer den gesamten Winter über eine Erkältung an die nächste hängen.. Super, nicht wahr? Angeblich dauert es ca. ein Jahr, bis man sich angepasst hat – toll, denn dann fahre ich wieder nach Hause... Jedenfalls konnte ich auf Grund meiner Erkältung am Montag schon 2 Stunden früher gehen und habe mich mit allen möglichen cold & flu-Medikamenten eingedeckt, bevor ich abends brav on duty war. Marie war übrigens die ganze Woche über so krank, dass sie nicht arbeiten gegangen ist. Da wäre ich, glaub ich, verrückt geworden.

Dienstag war ich ziemlich kaputt und habe mich den ganzen Tag darauf gefreut, am Abend wieder ins Haus Dean zu gehen, wo ich mich sehr lange mit Amy, der Photography-Lehrerin unterhalten habe. Ich habe sie unheimlich gern – und das, obwohl sie Amerikanerin ist. *g* Nein, nein, ich habe natürlich nichts gegen Amerikaner, zumindest nicht gegen die meisten.

Am Mittwochmorgen habe ich das spontane Angebot erhalten, am Abend mit einigen Lehrern und Schülern nach Oxford ins Theater zu fahren. Natürlich habe ich sofort zugesagt und bin dann am frühen Abend mit ins Oxford Playhouse gegangen, wo wir das Stück The Duchess of Malfi von John Webster sahen, ein sehr interessantes, teilweise makaberes, groteskes, aber gutes Theaterstück. Zum allerersten Mal wurde The Duchess of Malfi 1614 aufgeführt – aber wenn mir jemand gesagt hätte, es wäre ein Stück aus dem 20. Jahrhundert hätte ich das auch geglaubt. Die Schauspieler waren alle Art-, Drama- oder English students, was dem Ganzen noch ein besonderes Etwas gab.

Mein Donnerstag begann schleppend, da ich sehr müde war. Mit meinen Schülern wachte ich jedoch richtig auf. Nach dem Unterricht genoss ich mein Lunch in Kilbracken, bei dem ich endlich einen Lehrer kennenlernte, von dem ich schon häufiger gehört hatte: David Shinkfield. Seine Frau ist nämlich Deutsche und vor sieben Jahren war sie hier die deutsche Assistentin... Wir haben uns bestens unterhalten (aber auf Englisch) und hoffentlich bald will er mir seine Frau und seinen Sohn vorstellen, da beide sich sicher freuen würden, Deutsch mit jemand anderem zu sprechen.
Nachmittags habe ich das Pudsey Bear Café besucht, das jedes Jahr von dem Haus, in dem die „Kleinen“ wohnen (Schüler 10-12), ausgerichtet wird. Die Einnahmen, die dort gemacht werden, gehen an Kinder in Not. Ganz Großbritannien ist im Moment im Pudsey Bear Fieber: Es ist eine Wohltätigkeitssache, die von BBC ins Leben gerufen wurde und seit 1980 jedes Jahr Millionen Pfund für Kinder sammelt. Die Rugby School beteiligt sich eben durch das Café. Es gibt dort massenweise Kuchen, Spiele, Tombola und Highlight ist das Lehrerwrestling. Jeweils zwei Lehrer werden in riesige Sumo-Anzüge gesteckt und müssen gegeneinander ringen. Ich habe mir das Duell zwischen einem Mathelehrer und dem Schuldirektor angesehen - herrlich! Die meiste Zeit habe ich mit Noemi, einem der Referendare und Alison verbracht, aber auch einige Schüler getroffen.
Zu meiner allwöchentlichen Spanischstunde kam ich ein wenig zu spät, aber ich wurde freudig empfangen. Normalerweise sind wir ja nur vier Lernende, aber da Marie noch krank war, waren die zwei „Schüler“ sehr froh, dass ich noch nachgekommen war. Am Abend ging ich in die staff bar, die aber nicht so aufregend war, so dass ich im Anschluss mit Emma, English/Drama-Lehrerin und Kate, Classics-Lehrerin noch ins Pub bin. Ein sehr lustiger Abend!

Freitag hatten wir frei! Da dieses Wochenende wieder ein Leave out war, wurden die Samstagsstunden auf Freitag gelegt, da beim letzten Leave out-Wochenende ja die Samstagsstunden ausgefallen waren. Da wir aber am Samstag nicht arbeiten müssen, waren wir fantastischerweise arbeitslos! Ich genoss es, bis fast 10 Uhr zu schlafen und ging dann in die Stadt zum ruhigen Shopping. Herrlich! Später fragte mich Marie, ob ich mit nach Coventry zum Einkaufen kommen wollte und ich sagte sofort Ja. Also fuhren wir gg 15.20h nach Coventry und verbrachten den gesamten Nachmittag/Abend dort. Ich sage lieber nicht, wie stark meine Kreditkarte belastet wurde... Mit Sparen ist im Moment nix bei mir. *räusper*
Als wir wieder zurück in der WG waren, begrüßten uns mehrere Freundinnen von Carissa, die zu Besuch waren. Der Abend verlief normal, bis die ganze Horde sich schließlich samt Maria auf den Weg zum Nightclub machte und dabei Bridie – vermutlich schon ziemlich angetrunken und wie meistens nicht nachdenkend – irgendeinen Knopf auf dem Security-Code-Gerät beim Hauseingang drückte und daraufhin ein ohrenbetäubender Alarm einsetzte. Super... Das Beste war allerdings, dass sie nicht etwa da blieben, sondern trotzdem los gingen, nachdem sie den Nacht-Security-Mann angerufen hatten. Das war schon mal sehr nett von ihnen, aber sie – oder wenigstens Bridie – hätten ja wohl warten müssen, um Fragen zu beantworten usw. Jedenfalls waren Marie und ich dann allein diesem Krach ausgesetzt und als nach etwa einer halben Stunde immer noch keiner da war, versuchten wir einen anderen Security-Beauftragten zu erreichen, aber der hatte sein Handy aus. Also rief Marie in unserer Not Crispin an, weil wir wirklich vor einem halben Nervenzusammenbruch standen. Wir wollten ihn fragen, ob er jemanden organisieren kann, der den Alarm abstellt. Er war aber so schockiert über die Gappers, dass er selbst sofort zu uns gefahren kam. Etwa gleichzeitig ließ sich auch der Security-Mann blicken, konnte aber auch nichts tun und begann selbst herumzutelefonieren. Man bemerke, es war inzwischen ca. 23 Uhr.. ENDLICH erreichte er jemanden, der den Code wusste und so konnte er den Alarm ausschalten. Crispin hat uns dann erst mal beruhigt und war verständlicherweise ziemlich sauer auf die Gappers, so dass er eine lange ernste Notiz an sie schrieb, in der er sagte, dass er sie am Montag treffen will, damit sie ihr Verhalten erklären und dass er, wenn sie dies nicht angemessen tun können, dafür sorgt, dass die Schule entsprechende Maßnahmen ergreift. Wir waren ihm so dankbar, dass er da war und uns unterstützte. Nach diesem Adrenalin-Schub am späten Abend konnte ich natürlich erst mal überhaupt nicht einschlafen. Um 3 Uhr morgens – ich schlief inzwischen – klopfte eine total aufgelöste und wütende Carissa an meine Tür und weckte mich, da sie wissen wollte, warum wir Crispin angerufen und sie mit in diesen Schlamassel gezogen hätten, an dem ja nur Bridie Schuld war. Ich versuchte ihr das ziemlich schlaftrunken zu erklären, war aber selbst total sauer, dass mir der Abend zerstört und jetzt auch noch der Schlaf geraubt wurde. AHH! Danach konnte ich wieder nicht einschlafen und um 7.50h klingelte mein Wecker, da Marie und ich natürlich Pläne für unseren Samstag geschmiedet hatten.

In der Küche traf ich dann eine verkaterte und reumütige Carissa, die sich für den Alarm entschuldigte, obwohl es ja gar nicht ihr Fehler gewesen war. Bridie dagegen würdigte uns keines Blickes. Marie und ich redeten getrennt mit Carissa und erklärten ihr alles. Danach eilten wir zum Bahnhof und fuhren nach LONDON! Juhu! Endlich!
Schon im Zug rief uns Bridie an und entschuldigte sich tausendfach. Den ganzen Tag über bombadierte sie uns mit SMS und betonte immer wieder, wie leid ihr alles tue usw. Endlich hat sie wohl kapiert, dass wir am längeren Hebel sitzen und sie nun auf recht wackeligen Beinen steht...
Wir kamen um ca. 10.20h an und begaben uns erst einmal zur Tottenham Court Road, wo ich – mich glücklich an alte Zeiten erinnernd – das Dominion Theatre mit der We Will Rock You-Figur darauf bewunderte. Es hat sich gar nicht verändert. *g* Anschließend spazierten wir die Oxford Street herunter, kauften dieses und jenes ein und entschieden uns am Piccadilly Circus nach kurzem Aufenthalt zum Leicester Square zu fahren. Dort kehrten wir in einem Pret-a-Porter ein und gönnten und ein leckeres Sandwich und ein intensives Gespräch über uns und alles.
Später machten wir uns auf nach Camden Town, wo ich *Schande über mich* noch nie gewesen war!!! Wir verbrachten den ganzen Nachmittag in den berühmten Camden Markets und hätten am liebsten alles gekauft! Es ist sooo cool dort, jeder kann sein, wie er will und es gibt wirklich alles zu kaufen! Genial.
Gegen 17 Uhr ging's mit der U-Bahn wieder zur Oxford Street, deren weihnachtliche Beleuchtung und Deko wir jetzt im Dunkeln noch viel besser bewundern konnten als am Mittag. Wir wärmten uns im Starbucks ein Weilchen auf und starteten dann noch einen kurzen Schaufenster-Trip, bevor wir um 19.30 Uhr zurück von Euston nach Rugby fuhren. Dort gönnten wir uns ein Taxi nach Hause.
In der WG erwartete uns schon eine ultrafreundliche Bridie und eine blitzblank geputzte und entstaubte Wohnung! Und am besten: Auf unseren Betten erwartete uns jeweils ein Blumenstrauß und eine Karte, die noch einmal um Entschuldigung bat und einen neuen Start vorschlug. Bridie und Carissa müssen wohl den ganzen Tag schreckliche Gewissensbisse gehabt haben... Morgen werde ich Crispin erst mal drücken – was so ein Brief von ihm alles verändern kann... Unglaublich.

Heute habe ich einen ruhigen Tag verbracht. Vom wenigen Schlaf und dem langen Samstag musste ich mich erst mal erholen. Allerdings konnte ich nicht lange ruhig dasitzen. Ich habe meinen Schrank ausgemistet, da er soo proppevoll ist, mein Zimmer aufgeräumt und geputzt, Wäsche gewaschen usw. Raus gehen wollte ich nicht, da es den ganzen Tag geregnet hat.

Und was habt ihr so Schönes unternommen? Ich kann nur immer wiederholen: Ich freue mich so sehr über eMails bzw. Post oder einfach nur einen kurzen Kommentar.
Alles Liebe und *lob* falls du, liebe Leserin, lieber Leser, bis hier unten durchgehalten und alles gelesen hast!

Irene

18.11.07 19:41, kommentieren

Schnee!!!

Alle Leute haben uns erzählt, dass es hier erst im Januar oder Februar Schnee gibt - FALSCH!

Es schneit! Alle Dächer sind weiß!

Oh das ist so exciting!!! :D

Wollte euch das nur mal mitteilen!

Beweis: Schnee und Nachtrag zu London:


18.11.07 22:10, kommentieren