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Erster Advent, Nottingham etc.

Gerade komme ich vom großen Sonntagsabendessen nach dem Christmas Carol Service in der Chapel. Zu solchen Anlässen gehe ich sehr gerne in die Chapel – es ist einfach total cool und es garantiert Gänsehaut, wenn über 900 Leute – heute sogar auf Latein – singen...

Heute habe ich mir einen sehr ruhigen Tag gegönnt und habe fast alle meine England-Weihnachtskarten geschrieben und Päckchen eingepackt. Dabei habe ich deutsches Radio (online) gehört, damit ich auch weiß, was für blödes Wetter ihr habt. *g* Na ja, unser Wetter ist auch nicht so fantastisch. Es ist sehr windig und kühl, aber zum Glück regnet's nicht wirklich. Gestern habe ich allerdings so am Kopf gefroren, dass ich mir eine neue Mütze gekauft habe...

...und zwar in Nottingham! Dort habe ich nämlich den gestrigen Tag verbracht. Am Freitagabend – nach einem netten Shoppingtag in Rugby, den ich mit Abendessen im Haus Rupert Brooke abgerundet hatte – überlegte ich mir, was ich am Samstag machen könnte und nahm mir einfach eine Englandkarte und das Internet vor – und nach kurzer Zeit stand mein Entschluss fest. Also stand ich am nächsten Morgen sehr früh auf, um gegen 9 Uhr den Zug nach Birmingham zu nehmen und von dort nach Nottingham zu fahren. In der Stadt angekommen ließ ich mich erst einmal mit der Menge ins Stadtzentrum treiben und suchte mir dann das Nottingham Castle. Dort bewunderte ich erst das Äußere des Schlosses im Sonnenschein und die tolle Sicht auf Nottingham (das Schloss liegt auf einem Berg), bevor mich der Wind veranlasste, ins Innere zu gehen. Dort besichtigte ich eine Ausstellung mit alten Fundstücken aus der Gegend. Danach besuchte ich eine große multimediale Präsentation der BBC über ihre Serie „Robin Hood“ mit vielen Videoprojektionen, nachgebauten Kulissen, einem Kurzfilm über das Making-of usw. – das war wirklich super interessant! Nachdem ich noch das Museum zur Geschichte Nottinghams besichtigt und einen Film über die Geschichte des Schlosses ganz allein im Vorführraum angesehen hatte, schloss ich meinen Schloss-Besuch noch mit einem Besuch der Kunstgalerie ab. Im Anschluss traf ich einen Robin Hood-Verschnitt im Schlossgarten – da habe ich mich erst mal erschreckt. Aber dann fiel mir ein, dass ganz in der Nähe die „Tales of Robin Hood“ angesiedelt sind. Dort ging ich dann auch gleich hin, zahlte den hohen Eintritt und wartete erwartungsvoll, bis meine Gruppe von Schauspielern begrüßt und herumgeführt wurde. Die Führung begann in der Kulisse des Sherwood Forest, dann ging's in eine urwüchsige mittelalterliche „Gaststätte“ und vor Gericht – jeweils unterstützt durch originalgetreue Geräusche. Anschließend wurde jeder in eine Gondel gesetzt und los ging eine Fahrt durch lebendige Geschichte – durch ein mittelalterliches Dorf, den Wald, zu Robin Hood und seiner Gang, überall tolle Kulissen mit Geräuschen und natürlicher Bewegung. Nach der Fahrt sah ich mir noch das kleine Museum zu den diversen Robin Hood-Filmen an sowie eine Ausstellung mit Quellen zur (nicht?) vorhandenen Existenz des Stars der Stadt. Auf eine Stunde in Bogenschießen verzichtete ich, obwohl der Typ im Mittelalterkostüm überaus ansprechend aussah... *g*
Ich suchte mir meinen Weg zurück ins Stadtzentrum und fand den Weihnachtsmarkt mitsamt einem riesengroßen Christbaum. Ich gönnte mir als spätes Mittagessen (so gg 15.15 Uhr) eine original-deutsche Bratwurst, die köstlich schmeckte. Die Verkäufer trugen tatsächlich Shirts mit „Frankfurt“ darauf. Nicht zu glauben. Nachher spazierte ich eine Weile über den Markt und ging schließlich noch ein wenig einkaufen, bevor ich gegen 17.10 Uhr daran dachte, dass mein Zug in 25 Minuten abfahren sollte und ich mich im Dunkeln kaum mehr an den Weg zurück zum Bahnhof erinnern konnte... Nachdem ich gehetzt den Schildern gefolgt war und nach einiger Zeit wieder genau an dem Ort angekommen war, an dem ich begonnen hatte, ergriff mich doch eine leichte Panik und ich entschloss mich, raus aus dem Einkaufsgetümmel und eben den dunklen Weg zu gehen und tatsächlich fand ich nach kurzer Zeit die Straße wieder, die mich zum Bahnhof führte. Ich saß schon 10 Minuten vor Abfahrt im Zug. In Birmingham angekommen verbrachte ich die Wartezeit damit, mit Noemi zu telefonieren, die mich dazu überreden wollte, mir ihr und einem Freund zu Abend zu essen, da sie auch gerade in Birmingham war. Aber ich war zu müde und kaputt vom langen Tag und dann war auch noch ihr Handyakku leer. Also fuhr ich nach Rugby und war dort um 20 Uhr. Um 20.25 Uhr kam ich in der WG an und machte ich mir einen kuschligen Restabend vor dem Laptop und schaute „Little Miss Sunshine“ (hatte ich mir am Freitag in der Bib ausgeliehen). Hach.

Morgen habe ich ja noch einmal einen freien Tag. Vielleicht fahre ich nach Birmingham auf den Weihnachtsmarkt, den mir schon sehr viele Leute empfohlen haben, da er sich deutscher Weihnachtsmarkt nennt. Da bin ich gespannt. Mal schauen. Da ich abends on duty bin, weiß ich noch nicht, ob ich es wirklich zeitlich hinbekomme. Ich werde berichten.

Hoffentlich geht’s euch gut?? Bis bald – und viele liebe Grüße!

2.12.07 20:52, kommentieren



Weihnachtsmarkt, Examenswoche usw.

ENDLICH gibt es mal wieder ein Lebenszeichen von mir! Ich war sehr beschäftigt und habe viel unternommen, daher die lange Schreibpause. Am besten fange ich da an, wo ich aufgehört habe und erzähle nach und nach. Alles auf einmal wäre sicher auch zu anstrengend zu lesen (und zu schreiben  )

 

Also, wie ich in meinem letzten Eintrag schon angedacht hatte, bin ich am Montag – 3.12. – nach Birmingham gefahren und habe mir den Weihnachtsmarkt angeschaut, der tatsächlich FRANKFURT CHRISTMAS MARKET heißt! Ist das nicht ein Witz? Es war wirklich fast alles in Deutsch und einen Verkäufer habe ich gefragt, ob er Deutscher ist und er kam aus Hamburg! Ich hatte einen schönen Tag in Birmingham, den ich mit Shopping abgerundet hatte und am Abend musste ich dann wieder on duty in meinem Haus sein. Aber es war ok.

 

Am nächsten Tag habe ich im Department die Stellung gehalten, aber da mich kaum jemand brauchte während der Prüfungen, bin ich nach ein paar Stunden mit Noemi in die Stadt gegangen und wir haben zusammen Weihnachtskarten gekauft und Kaffee getrunken. Im Anschluss hat sie mich mit in ihr Haus – das Jungenhaus Michell – genommen, wo wir zu Mittag aßen. Es war überaus locker und lustig dort. Am Abend bin ich mit Noemi nach Birmingham gefahren. Wir sind zuerst ein bisschen durch die weihnachtlich geschmückten Straßen gegangen, sie hat mir den Kanal gezeigt und später haben wir uns mit einer Freundin von ihr, Rosa, und Noemis Freund, Iain, in einem Restaurant zum Abendessen getroffen. Ich habe mich super mit Iain unterhalten – er hat nämlich mal Deutsch gelernt bis zum 16. Lebensjahr und kann es immer noch. Voll cool. Später bin ich noch ins Kino gegangen.

 

Am Mittwochmorgen musste ich ganz alleine eine Französisch-Prüfung durchführen (Listening, Reading, Writing) und war sehr aufgeregt, aber zum Glück waren alle Schüler richtig brav… Puh.. Es war Andrews Klasse, aber er hatte zwei Examen zur selben Zeit und traute es Maria nicht zu, so dass sie mit meinen 2 Schülern saß und ich die ganze Klasse bekam. Auch am Nachmittag war ich im Department und machte meine Weihnachtskartenrunde, die ich beim Abendessen in Rupert Brooke fortführte. Es war sehr schön, die kleinen Geschenke und Karten zu verteilen, weil sich alle so freuten. Da ich auf jede Karte ein Ferrero Küsschen geklebt hatte, erntete ich auch jede Menge Küsschen an dem Tag. *g*

 

Am Donnerstag – Nikolaustag – hatte ich ganz früh schon wieder Prüfungen zu beaufsichtigen. Mittags war ich mal wieder in Kilbracken, einem meiner Lieblingshäuser. Außerdem besuchte ich endlich die tolle Ausstellung in der Galerie mit Bildern und Texten von Wyndham Lewis, einem bekannten englischen Maler und Autor, der einst Schüler der Rugby School war. Danach kaufte ich noch schnell Backpapier in der Stadt – und ganz zufällig fand ich DIE Schuhe fürs Christmas Supper (ja so ist das, man geht in die Stadt, um Backpapier zu kaufen und kommt mit Schuhen nach Hause… ähem...). In der WG backte ich Plätzchen, um sie dann am nächsten Tag mit ins Department zu nehmen. Über Freitag berichte ich aber später. Für heute gute Nacht – ich bin soo müde.

1 Kommentar 13.12.07 01:42, kommentieren

Christmas Concert und Christmas Supper

Freitag war der letzte Schulmorgen, den ich mit „give backs“ und Plätzchen essen verbrachte. *g* Crispin hatte so viel fürs Department eingekauft, der reine Wahnsinn! Und uns dreien hat er jeweils eine Riesenschachtel Pralinen und eine Flasche Sekt geschenkt. (Da Marie gerade einkaufen war und Maria sich überhaupt nicht blicken ließ, musste ich alles herumschleppen und Crispin erzählte allen, während er hinter mir herlief, dass er mich leider feuern musste, weil ich mit Alkohol am Arbeitsplatz erwischt wurde. :D Ja, er ist schon ein Frecher!) In meinem Haus, in das ich zum Lunch gegangen bin, bekam ich auch gleich Geschenke von den girls, was mich total überraschte und freute! Denn das große feierliche Christmas Supper habe ich nicht in meinem Haus verbracht, da ich andere Häuser viel lieber mag, allen voran: Dean House!

Am Nachmittag habe ich für mein Wochenende mit Marie gepackt und mich auch schon mit meinem Trolley für die Heimreise beschäftigt, bevor ich noch mal kurz ins Department düste. Ich unterhielt mich außerdem noch eine Weile mit Carissa und verabschiedete mich schon, denn bevor sie am 10.12. nach Hause flog und ich sie vermutlich nie mehr wiedersehen werde, wollten wir uns noch mal drücken und bye sagen. *schnief* Bridie habe ich - zum Glück - gar nicht mehr gesehen.

Am frühen Abend machte ich mich fertig und zusammen mit Marie stöckelte ich zum Christmas Concert. Es traten sämtliche Bands und Orchester der Schule auf (klassisches Orchester, Jazz-Orchester mit und ohne Sänger, Rockband, Folkband) und der Chor (The Arnold Singers). Außerdem hatten alle Levees (die Vertreter der jeweiligen Häuser, darunter auch einer meiner Schüler) Gesang und Choreografie vorbereitet (zum Schreien komisch) und der Chef der Schulsecurity sang Sinatra-gleich „My Way“. Zwischendurch gab es immer wieder Einspielungen: Selbstgedrehte Schülerfilme des Design Centres und mit Lehrern neu vertonte berühmte Filmausschnitte (Terminator, Schweigen der Lämmer, Toy Story, ET, Apollo 13, Herr der Ringe usw. usw.) – sooo lustig! Nach dem großen Abschluss-Weihnachtssong verteilten sich alle beschwingt auf ihre Häuser zum Christmas Supper. Bei diesem sind alle SchülerInnen des Hauses, die Tutoren, Housemaster/Housemistress mit Frau/Mann, die Matrons sowie die Eltern der Abschlussklasse zu Gast im Boardinghouse.

In Dean gab es zuerst Champagner und dann nahmen alle Platz im Speiseraum. In Dean waren es insgesamt 90 Personen, also ganz schön viele. Es gab als Vorspeise Krabbencocktail oder Melone, traditionelles Weihnachtsessen (Truthahn, Kartoffeln, viiiel Gemüse) als Hauptgang und Christmas Pudding oder Sahneschnitten zum Dessert. Während des Essens unterhielt ich mich sehr gut mit meinen Tischnachbarn (Mädels aus dem D-Block, also 15/16jährige sowie Toby Beaumont, der assistant Housemaster von Dean und nebenbei auch noch Head des Geschichte-Departments und daher für mich besonders interessant ist). Nach dem Essen folgten Chantals feierliche Rede und eine Rede der Abschlussgirls. Chantal besprach alle Tutoren und zu meiner großen Überraschung – und auch zu meinem leichten Schock – auch mich! Ich bat sie darum, mir ihre Worte mal zu schicken, da ich so erschrocken war, dass ich mir nur die Hälfte hatte merken können: „One young lady has been a regular and friendly visitor in Dean since her arrival in September, and we are pleased that she can help many girls with their German conversation and us, the staff, with landing a hand when we need assistance, usually for Tutors meetings or events. She does this out of the kindness of her heart and as a friend, and for that she deserves our special thanks. Ladies and Gentlemen, she is probably not thanking me for bringing her out into the limelight, but I hope that she will get over it quickly. Please help me greet Irene, our German assistante.“ Total lieb! Dazu überreichte mir noch eines der Mädchen eine Schachtel Pralinen (also mit Abnehmen wird das hier nichts mehr.. *g*). Später folgten die „Skits“ der Schülerinnen. Jeder Jahrgang hatte etwas geplant, vom Quiz über ein parodierendes Schauspiel hin zum selbstgedrehten Film über das Haus, absolut genial! Der Abend klang so langsam aus und da am nächsten Morgen für die Schüler noch mal Chapel auf dem Plan stand, wurde er irgendwann nach 0.00 Uhr beendet. Ich verabschiedete mich von allen und lief noch ein Stück mit Laura (sie ist Tutorin in Dean). Das war wirklich ein wunderbarer Abend!

1 Kommentar 14.12.07 16:04, kommentieren

Wales...

Samstagmorgen stand ich früh auf, um noch fertig zu packen. Marie und ich liefen gegen 11.45h los und wie befürchtet sahen wir Carissa nicht mehr, schade! Einen „final hug“ hätten wir uns ruhig noch geben können. Na ja.

Wir erreichten unseren Zug nach Birmingham, wo wir auf den Anschlusszug nach Cardiff warten mussten, da er Verspätung hatte. Mit einer Stunde Verspätung – und einem erzwungenen weiteren Umsteigen in Newport – kamen wir in Cardiff an. Wir hatten vor einem Monat schon einen Private Room im Backpackerhostel gebucht (also nur wir zwei in einem Zimmer) und fanden das „Riverhouse“ sehr schnell, da es nur 5 Minuten vom Bahnhof entfernt direkt gegenüber vom Millenium Stadium liegt. Wir wurden freundlich begrüßt und erkundeten gleich „unser Zuhause“. Ich habe noch nie so ein cooles Hostel gesehen, supermodern, sauber und gastfreundlich! In Küche und Speiseraum z.B. gab es immer Äpfel for free, alles, was man zum Kochen braucht (wie Gewürze, Öl usw.) und natürlich stets Kaffee oder Tee. Das Hostel wird von Bruder und Schwester geführt und das gibt dem Ganzen natürlich ein besonderes Flair. Wer Zeit in Cardiff verbringen will, dem empfehle ich 100%ig ins Riverhouse Backpackers zu gehen!!!

Marie und ich haben uns in der Küche erst einmal eine Kleinigkeit zum Essen zubereitet und sind anschließend in die Stadt gegangen. Wir haben die große Restaurant- und Bar-Straße besucht, die Cardiff at night-Lichtdekorationen bewundert (Kirchen, Schloss, Fußgängerzone) und sind spät in einem großen Pub eingekehrt, das nach Owain Glyndŵr (gesprochen 'ouain glɨn'dur), dem walisischen Volkshelden benannt war. Dort haben wir gegessen und uns einen schönen Abend gemacht, bevor wir zurück ins Riverhouse gingen, um dort noch eine heiße Schokolade zu trinken und uns dabei mit einer netten Holland-Waliserin namens Kiri zu unterhalten. *g*

Nach einer erholsamen Nacht in unserem Hochbett stürzten wir uns erst gegen 9 Uhr auf das reichliche Frühstücksangebot und zogen dann los in die Stadt. Auf dem Weg besuchten wir einen Farmers Market, den uns Marco empfohlen hatte (er war schon sehr oft in Cardiff). Danach besichtigten wir in einer fantastischen, sehr informativen Schlossführung das Cardiff Castle, anschließend allein ein Militärmuseum und die bekannte Mauer mit den Steintieren darauf. Dann machten wir uns auf den Weg zum Cardiff Bay und pünktlich schien die Sonne und strahlte aufs Meer – herrlich! Wir genossen die Aussicht und informierten uns im Cardiff Bay Visitors Centre, das wie ein Raumschiff aussieht, weiter über Cardiff. Wir besuchten noch die Norwegian Church und gönnten uns in einem Café am Wasser eine kleine Pause, bevor wir zurück in die Stadt liefen. Am Abend machten wir es uns im Riverhouse gemütlich und ließen den anstrengenden Tag Revue passieren und im TV Room ausklingen.

Am Montagmorgen nach dem Frühstück liefen wir in hellstem Sonnenlicht zum Bahnhof und fuhren nach Swansea, Wales zweitgrößter Stadt. Dort angekommen suchten wir eine Weile nach unserem Guest House, dem „Mirador“ in den Uplands. Es ist ein kleines Hotel, das besonderen Wert auf die sehr spezielle Zimmerdeko legt. Wir bekamen den Mediterranean Room, dessen Wände wie ein bunter Tag am Mittelmeer bemalt waren und der nach Wunsch in buntes Licht getaucht werden konnte – total crazy! Wir blieben aber nicht lange und gingen gleich zum Meer, um die Aussicht zu genießen! Wir spazierten lange im Sand und unterhielten uns, bis wir das maritime Viertel Swanseas, „the Marina“ erreicht hatten, wo wir eine Pause im Café einlegten. Danach bewanderten wir das Stadtzentrum, die Schlossruine, die St. Mary's Church, den großen Swansea (Indoor) Market und eine der Einkaufspassagen. Abends ging’s zurück ins Guest House, in der Gegend kauften wir uns was Leckeres zum Abendimbiss und machten es uns vor unserem TV bequem, um „Lost in Translation“ anzuschauen. Wir waren einfach zu kaputt, um noch in die Bar eine Straße weiter zu gehen – auch wenn der Hotelbesitzer sie uns empfohlen hatte, da viele Studenten dort seien.
Wir schliefen wunderbar und waren nach dem großen Frühstück am Dienstagmorgen fit für einen neuen, langen Tag.

Wir hatten uns entschieden, zu den „Mumbles“ zu wandern – Fischerdörfer am Rande Swanseas, die an die berühmte „Gower Peninsula“ grenzen. Die Sonne brannte so sehr, dass wir unsere Schals ausziehen mussten. Das Meer und die Sicht bewundernd spazierten wir fast 3 Stunden lang am Meer entlang und beschlossen den Mittag in den Mumbles. Einfach unglaublich schön! Da wir nicht mehr genug Zeit hatten, zurückzulaufen, fragten wir einen älteren Herrn nach dem Weg zu den Bussen und nachdem er uns freundlichst erklärt hatte, wie wir die Busstation finden können, meinte er, dass er sowieso jetzt in die Stadt fahren müsste und ob wir mitkommen wollten. Wir schauten uns nur kurz an und im nächsten Moment saßen wir in seinem Auto und erhielten eine Sightseeing Tour. *g* Auf diese Weise erfuhren wir auch, wo Bonnie Tylers und Catherine Zeta-Jones’ Häuser in Swansea stehen. Er ließ uns an der Universität raus, so dass wir nur noch 10 Minuten zum Mirador gehen mussten, um dort unsere Backpacks abzuholen. Mit dem Bus gondelten wir ins Stadtzentrum und besuchten dort zum Abschluss unserer Wales-Reise das Dylan Thomas-Centre. Wir schauten uns die Ausstellung über den bekanntesten Dichter Swanseas an und waren sehr beeindruckt. Ich stellte fest, dass ich sogar schon mal ein Stück von ihm in Frankfurt gesehen hatte „Unter dem Milchwald“ (Under Milk Wood)!
Wir konnten uns nur schwer trennen, mussten aber zurück zum Bahnhof, von wo unsere Heimreise begann. Wir mussten in Bristol und in Birmingham umsteigen, aber alles klappte perfekt und mit dem Taxi ging es vom Bahnhof in Rugby zum Horton Crescent. Dort trafen wir noch einen Lehrer und quatschten eine Weile, bevor wir in die WG gingen.

Wir bestürmten erst mal die leeren Zimmer – überglücklich, dass wir Miss Bridie Unordentlich+Schlechtgelaunt nie wieder sehen werden. Maria war inzwischen in Bridies Zimmer gezogen und nun hoffen wir, dass der Graduate Matt nicht in unsere WG ziehen wird, denn dann wäre es einfach nur himmlisch – so wie es jetzt ist! Zum Glück war Maria nicht da, denn auf ihre intelligenten Fragen (What did you buy??) konnten wir gut und gerne verzichten. Wir machten uns einen herrlichen, späten Abend, schauten uns die Wales-Fotos an und packten weiter für die Heimreise. Um 3 Uhr kam ich erst ins Bett.

1 Kommentar 14.12.07 17:08, kommentieren

Ab nach Hause!!!

Am Mittwochmorgen stand ich schon früh auf, um fertig zu packen und mein Zimmer einigermaßen ordentlich zu hinterlassen. Um 12.30 Uhr verabschiedete ich mich von Marie, die erst am Donnerstag nach Hause flog, und machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Unterwegs traf ich Liz, meine Matron, und konnte ihr so noch mal herzlichst merry Christmas wünschen.
Mein Zug fuhr pünktlich und da ich mich ja inzwischen schon ganz gut am Birmingham International Airport auskenne, hatte ich ratz-fatz eingecheckt und auch die Sicherheitskontrollen waren schnell passiert. Also musste ich nur noch die Zeit bis zu meinem Flug absitzen und nutzte sie zum Tagebuch schreiben – pünktlich gegen 16.00 Uhr bestieg ich meinen Flieger. Um 18.45 Uhr deutscher Zeit landete er und um 19.50 Uhr begrüßte mich Geli schon in ihrer Wohnung, versorgte mich wunderbar mit Weihnachtsplätzchen und gab mir den Schlüssel zur Wohnung meines Onkels. Simönchen wartete schon auf mich und zusammen machten wir uns einen schönen Abend, bis sie leider um 23 Uhr gehen musste. (Na ja, hier habt ihr ja noch keine Ferien…hihi)

Mein Lieblingsonkel kam um 0.00 Uhr von einer Versammlung und gemeinsam mit ein paar Freunden von ihm ließen wir den Tag ausklingen. Da ich in der Nacht noch etwas für meinen blog schrieb, kam ich wieder äußerst spät in die Heia.

Am Donnerstag habe ich die Praxis meines Onkels besucht und mich so gefreut, alle Lieben dort wiederzusehen. Am Nachmittag ging’s nach Fulda, wo mich mein Bruderherz empfing und wir zusammen nach Hause fuhren und ich auch den allzu wichtigen Rest der Familie begrüßen konnte! Hach! ZUHAUSE! Toll! Mama-gekochtes-Essen, ganz viel erzählen, Bilder angucken, mit einem Snookerspiel (meines Lieblingsspielers) im TV beenden und dann ins eigene Bett – himmlisch!

Heute habe ich furchtbar lange gepennt – ich glaube, so lange habe ich seit Silvester letzten Jahres nicht mehr geschlafen… Aber ich hatte es offenbar nötig. Jetzt genieße ich erst mal die Zeit mit meiner Familie – und hoffentlich bald auch mit noch mehr Freunden. Ich bin übrigens sowohl nächste als auch übernächste Woche mal für einen oder zwei Tage in Ffm…

Bis bald (?!) – und liebe Grüße!

14.12.07 17:25, kommentieren