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I'm back!

Ich sitze gerade mit Marie und Andrew im Modern Languages Department und da Andrew so lieb war, meinen Laptop aus dem Weihnachtsferienschlaf zu wecken und mitzubringen, kann ich euch nun schreiben! *freu*

Nachdem ich bei meinem Lieblingsonkel übernachten durfte, wunderbar umsorgt und schließlich zum Flughafen gefahren worden war, ging mein Flug um 11 Uhr. Ich bin Ortszeit um 11.50 Uhr gelandet und dann von Birmingham mit Umsteigen in Coventry nach Rugby gegurkt. Dort habe ich zusammen mit einem älteren Mexikaner auf ein Taxi gewartet und mich mit ihm unterhalten. Da es ewig gedauert hatte, bis mal eins kam, nahmen wir dann eins zusammen und mein Halt war der erste – aber der nette Mensch wollte nicht, dass ich bezahle. Voll cool! Daraufhin schenkte ich ihm wenigstens eine frische Tüte Gummibärchen, die ich im Handgepäck hatte. *g* In der WG habe ich ewig herumgeräumt und ausgepackt - und eigentlich bin ich noch immer nicht fertig. Aber ich hatte Kopfschmerzen und war froh, nun mal raus an die Luft zu kommen.

Morgen geht der normale Alltag schon wieder los, also school assembly, staff meeting und dann Unterricht. Irgendwie bin ich natürlich schon traurig, dass meine Ferien vorbei sind, aber ich freue mich auch auf meine Aufgaben und meine Zeit hier.

Jedenfalls wollte ich mich jetzt erst mal gaaaanz herzlich bei allen bedanken, die während meines „Heimaturlaubs“ so lieb zu mir waren und Zeit für mich hatten! Es war toll, dass ich so viele Freunde treffen konnte und jede Menge Spaß hatte. Nun warte ich aber erst recht auf eure Besuche!

Ach ja und noch mal ganz offiziell: Ich wünsche euch allen ein fantastisches Jahr 2008!
Liebe Grüße und bis bald!

2 Kommentare 6.1.08 18:09, kommentieren



Northampton und die erste Woche zurück

Heute vor einer Woche hat die Arbeit wieder begonnen, aber die gefühlte Zeit beträgt mindestens doppelt so viel. Unglaublich, dass ich erst 7 Tage zurück sein soll?

Abgesehen davon, dass unsere Wohnung jetzt ordentlich, sauber und schön aussieht und man nachts/früh morgens nicht vom Türenschlagen aufwacht, ist eigentlich alles wie vorher. Manche meiner Schüler haben sich tatsächlich vorgenommen, mehr Deutsch zu reden, andere haben aber immer noch dieselbe Arbeitsmoral ("Ich will unbedingt ein A* haben." - "Gut. Dann schreibe bitte ein essay über die Umweltsituation in Deutschland." - "Ach, aber ich muss soo viel für Englisch machen..".). Es ist natürlich klar, mit welchem Schülertyp der Unterricht mehr Spaß macht.

Die Woche über habe ich nichts Besonderes gemacht. Ich habe meinen Kleiderschrank umgeräumt (ahhh), neue Fotos in meinem Zimmer aufgehängt (jetzt seid ihr fast alle ständig bei mir - sogar die, die diesen blog nie lesen!), geplant, was ich mit Sylvia unternehmen werde, wenn sie mich besuchen kommt und selbstverständlich habe ich einige Häuser besucht (Rupert Brooke, Dean, Griffin, Sheriff, Stanley - hoffentlich bald wieder Kilbracken und noch mehr Häuser, schließlich möchte ich so viele wie möglich kennen lernen).

Einen nicht so schönen Moment hatte ich am Mittwoch: Crispin (mein Chef) gab im meeting bekannt, dass er aufhören wird, an der Rugby School zu arbeiten. Er will sich mehr um seine Kinder kümmern und seine Frau unterstützen (die Opernsängerin ist), weil seine Familie wegen des Jobs doch etwas zu kurz gekommen ist. Kein Wunder, muss ich sagen. So hingebungsvoll und energiegeladen wie Crispin seine Aufgaben wahrnimmt, musste er irgendwann ausgepowert sein. Zum Glück bleibt er noch dieses Schuljahr, so dass wir uns dann gleichzeitig von der Rugby School verabschieden werden. Trotzdem hatte ich gehofft, dass er auch hier sein würde, wenn ich meine Nachfolgerin dann mal besuche... Aber gut, für seine Familie ist es wunderbar! Solche Männer gibt es bestimmt nicht oft...

Nun aber zurück zum Wochengeschehen.
Am Samstag habe ich einen Ausflug nach Northampton gemacht. Eine Lehrerin, die dort wohnt (Judy), hatte mir zwar gesagt, dass es dort nichts Interessantes gäbe, aber ich wollte mich selbst überzeugen - und wurde positiv überrascht. Ich habe bei strahlendem Sonnenschein (nach sehr regnerischen Tagen) einen Stadtspaziergang unternommen und bevor ich mich in die Geschäfte gestürzt habe, besuchte ich die Museen und die Kunstgalerie. Besonders toll fand ich die Ausstellung über Schuhe und ihre Geschichte im Wandel der Zeit. Soo faszinierend! Northampton war nämlich einst eine Metropole für Schuhmacher und auch heute soll es angeblich noch kleine Betriebe geben sowie Outlets für Doc Martens (Mist, hab ich leider nicht gefunden...). Aber ich habe es trotzdem geschafft, mir wieder mal - wenn auch keine Docs - ein paar Schuhe zu kaufen. Na ja 2 Paar.  Oder so.

Am Abend waren ein paar Bekannte von Maria zu Besuch, mit denen ich mich lange unterhalten habe. Es war durchaus multikulturell, insgesamt 3 Ecuadorianer (sagt man das?), eine Französin (mit mir noch die "Normalste" *g*), ein Australier, ein Neuseeländer und ich. War schon lustig, muss ich sagen.

Gestern habe ich mir dafür einen kuschligen Tag gemacht. Zum Lunch Snack ging's nach Dean, zum Tea nach Griffin und zwischendurch habe ich hauptsächlich Bilder für die Wohnung ausgedruckt und ausgeschnitten (die meisten Wände sind so leer..).

Dass ich heute mitten im Schultag Zeit habe, euch zu schreiben, liegt daran, dass mein Schüler für diese Stunde heute ausnahmsweise eine Musikstunde hat und da konnte ich schon früher gehen. Nachher ab 15 Uhr habe ich aber noch mal 3 Stunden. Heute Abend muss ich nicht on duty gehen, da ich von nun an sonntagabends meine duty machen muss. Total blöd. Ich werde sicher einige Male sagen müssen, dass ich später komme, denn vielleicht reise ich ja auch am Sonntag wieder herum - aber so ist das eben in meinem Haus (Griffin). Die setzen mich ein, wie es ihnen passt. Genau deswegen mag ich Dean oder Rupert Brooke viel lieber. So.

Und nun werde ich mal etwas für morgen vorbereiten. Hilfsverben, unregelmäßige Verben und Präpositionen. Juhu.

Bis bald,
viele liebe Grüße!
Irene

14.1.08 13:12, kommentieren

Alltag, Russian Bar, Salomé etc.

Da bin ich wieder! Inzwischen ist auch Woche Nummer 2 im neuen Term fast zu Ende und es waren sehr schöne Tage, vor allem das Wochenende war gut. Die Woche verlief in meinem normalen Rhythmus, also Dienstagabend nach Dean, Mittwochmittag nach Stanley und abends Rupert Brooke, Donnerstag für Lunch nach Kilbracken. Am Donnerstagnachmittag habe ich ganz viel Spanisch wiederholt, da unsere Lehrerin einen „Mega-Test“ ankündigte und ich natürlich in den Ferien herzlich wenig gelernt hatte. Währenddessen schaute ich Snooker (Viertelfinale Masters in London) und musste vor dem Entscheidungsframe los zur Spanischstunde, ahh! Es war so spannend. Wenigstens konnte ich später aus dem Internet erfahren, dass mein Lieblingsspieler gewonnen hatte.

Gleich im Anschluss an Spanisch sind Marie und ich zur staff bar gegangen, die unter dem besonderen Thema „Russian Bar“ ablief und von Marco und Catherine betreut wurde. Es war ein superschöner Abend und da es eine ziemliche „Gäste-Fluktuation“ gab *g*, hatte ich immer neue Gesprächspartner. Am Ende war dann neben Sophie und ihrem italienischen Freund nur noch die „Ich bin jünger als 30-Lehrergarde“ da (Noemi, Laura, Marco, Catherine, Mindy, Max, Katie, Chris und ich) und es war soo lustig. Getrunken habe ich übrigens neben Cosmopolitan vor allem White Russian. Mjam! Gegen 0 Uhr löste sich unser Grüppchen dann auf, denn am nächsten Morgen hatten wir ja alle Unterricht zu geben.

Mein Schulmorgen und -nachmittag, der nur von einem netten Lunch in Sheriff und ein bisschen Ausruhen in der WG unterbrochen wurde, war gut, aber doch auch von Müdigkeit geprägt. Vor allem die letzte Stunde bis 17.35h war schwer. *gähn* Trotzdem sind am Abend Marie, Amandine und ich ins schuleigene Macready Theatre gegangen, um das school play anzusehen: „Salomé“ (Oscar Wilde). Es war fantastisch inszeniert und ich bin überzeugt, dass einige der Drama-Schüler echte Stars werden.

Wir rundeten den Abend ab, indem wir ins Merchant's gingen ( THE Pub in Rugby, besonders bei Rugby School staff beliebt, da nur Leute über 21 bedient werden und somit auch nicht die ältesten Schüler, die samstags ins Pub dürfen, dorthin kommen können). Zunächst teilten wir den Tisch mit zwei Musiklehrern der Schule, mit denen ich mich wunderbar unterhalten konnte, da sie beide 1. Frankfurt kennen und schon oft in der Alten Oper gespielt haben und 2. Riesenfans von „Das Leben der Anderen“ sind. Als sie später gingen, bekamen wir gleich neue Gesellschaft – Sophie (sie ist Head of Drama und führte bei Salomé auch Regie), ihr Freund Maurizio (l'italiano da cima a fondo *g* ) und Rob Colley (Head of Piano, Tutor in Dean). Jetzt blühte unser Abend erst so richtig auf. Ich unterhielt mich die meiste Zeit mit Rob. Aus dem Nichts begann er auf einmal Deutsch zu sprechen und erzählte mir, dass er vor 18 Jahren für einige Zeit in Wien lebte und am Koservatorium Musik studierte, nachdem er sein Mathestudium in Cambrigde beendet hatte. Unglaublich! Er ist besser als die meisten meiner Schüler! Als wir uns vorher immer mal gesehen haben, hatte er nie auch nur einen Ton über seine Deutsch-Qualitäten gesagt. So hörte ich also Geschichten über komponierte Filmmusik, wir diskutierten die musikalischen Fähigkeiten meiner Schüler (die er überraschen soll mit seinem Deutsch, wie ich ihn bat) und sprachen übers Reisen, Rugby School, ... . Spät trennte sich unsere unterhaltsame Formation und wir drei (Marie, Amandine und ich) gingen zur WG und machten es uns noch eine Weile im Wohnzimmer gemütlich, bevor Amandine schließlich nach Hause fuhr. Dieser Abend war wirklich genial!

Über den Rest des Wochenendes berichte ich später, jetzt muss ich leider weg. Bis nachher!

1 Kommentar 20.1.08 13:04, kommentieren

Wolverhampton und Once

So, ich komme gerade von meiner verkürzten, nun sonntäglichen duty night in Griffin. Ich hatte noch einmal mit Anne Naylor gesprochen, weil ich nicht mit ihrer Idee zufrieden war, mich jetzt einfach auf Sonntag zu schieben. Wir einigten uns darauf, dass ich nicht kommen muss, wenn ich z.B. noch herumreise oder bei einer wichtigen Veranstaltung sein will und dass, wenn ich komme, ich nicht von 18 bis 23 Uhr bleiben muss, sondern eben nur bis 21 Uhr oder ich komme von 20 bis 22h etc. Also jedenfalls bin ich jetzt da. Während ich schreibe, schaue ich übrigens Snooker. Mein Lieblingsspieler ist doch tatsächlich bis ins Finale der Masters gekommen. *freu* Jetzt führt er schon 8 zu 3 (es geht bis 10). Aufregend!

Zu Katas Kommentar gerade mal kurz: Natürlich war die Bar nur für Lehrer, Matrons oder andere Schulangestellte – die Schüler haben nix davon mitgekriegt.  

Nun aber zurück zu meinen Wochenendberichten.
Am Samstag sind Marie und ich nach Wolverhampton gefahren. Dort haben wir uns die Stadt angesehen und uns stundenlang in der Art Gallery gebildet. Es gab Ausstellungen von Victorian and Georgian paintings, Fotografien über den Nordirland-Konflikt, Bilder über Children in Conflict (Kinder, die in Konfliktzonen leben, z.B. dem Gazastreifen) und Gemälde von Jock McFadyen über die sogenannten „Orange Day Parades“ in Nordirland. Am allerbesten gefiel uns aber eine exzellente pop-art Ausstellung mit Bildern von Andy Warhol, Peter Blake und Roy Lichtenstein.
Später schauten wir uns noch eine große Kirche (von außen) an, spazierten durch die Stadt und genehmigten uns eine Wiener Melange in einem Viennese Café. *g* Anschließend ging's zurück nach Rugby und in unserer Wohnung empfingen uns mal wieder Bekannte von Maria. Lange unterhielten wir uns aber nicht mit ihnen, da wir uns zu 20 Uhr auf zum Rugby Theatre machten, wo ein Film gezeigt wurde. Ich hatte darüber im Internet gelesen und konnte Marie überzeugen, mitzukommen.
Der Film hieß „Once“ und war ausgezeichnet! Es war ein low budget Film, der in Dublin gedreht wurde. (Inhalt: Ein Straßenmusiker träumt von einer großen Karriere, während er im
Laden seines Vaters Staubsauger repariert. Eine Tages wird er von einer jungen tschechischen Pianistin angesprochen, die als Putzfrau arbeitet und seine Lieder gut findet. Zusammen beschließen sie, ihre Tagträume in die Realität umzusetzen. Kritik: Musik sagt mehr als 1000 Worte. Trotz einfachster Story gelang John Carney hier ein kleines Meisterwerk. Sein Film lebt von Charakteren und Dialogen, die kaum näher an der Realität sein könnten. Untermalt wird das Ganze mit einem herrlich melancholischen Soundtrack, der einem so schnell nicht mehr aus den Ohren gehen wird.) Genau das haben wir auch gesagt, als wir auf einer Wolke aus Musik aus dem Kino schwebten. Hach! Ich brauche den Soundtrack!
Ein bisschen melancholisch wurde ich dann noch mal, als ich meine eMails checkte: Meine Nachfolgerin hat mir doch tatsächlich schon gemailt. Ich kann es gar nicht fassen, dass MIR jetzt schon jemand schreibt, wo ich doch - gefühlte Zeit - erst gestern oder so Caro geschrieben hatte, dass ich sie beerbe und sie mir mal was erzählen soll... Wie die Zeit rennt, ist wirklich der Wahnsinn!

Heute habe ich mir einen ruhigen Tag gemacht. Ich habe schon heute Mittag Snooker geschaut, nachdem ich zum Lunch in Rupert Brooke war. Rupert Brooke ist neben Dean ja mein Lieblingshaus. Ich habe alle Lehrer dort sooo gern und vor allem natürlich die Matron: Jan (kurz für Janine). Sie ist unheimlich lieb und einfach toll! Colette, die Housemistress und nebenbei Spanisch- und Französischlehrerin, mag ich auch total. Sie hat viel mehr Mütterlichkeit und Wärme als Mrs Naylor und versteht natürlich viel besser, was ich hier in Rugby tue (also dass ich wirklich arbeite, während ich mir bei Mrs Naylor nicht so sicher bin, ob sie vielleicht denkt, ich mache kaum was, keine Ahnung...). Ansonsten ist auch Jonathan (Deutschlehrer) zu Rupert Brooke attached und wir essen immer mittwochs zusammen, und auch Mindy habe ich sehr gern. Er ist so ein Lieber und immer lustig, gern auch ironisch. Es macht viel Spaß, mit ihm zu spaßen.

Nach dem Mittagessen verbrachte ich also meinen Nachmittag mit Snooker schauen, aber ich druckte auch wieder neue Fotos für die Wohnung aus und hängte sie auf, machte schon mal das Gästebett zurecht für Sylvia, die mich ja am Dienstag besuchen kommt (freu!) und erledigte den üblichen Haushaltskram, bevor ich zum Tea nach Griffin ging und dort blieb.

So, und nur zur Information: Inzwischen steht es 9 zu 3 für Mark Selby! Ich widme mich nun voll und ganz dem Fernseher... *g*
Bis bald und viele liebe Grüße!!!

1 Kommentar 20.1.08 23:07, kommentieren

Der 1. richtige Besucher: Sylvia - und London I

Da bin ich wieder nach einer langen Schreibpause.
Eine schöne Woche liegt hinter mir. Nachdem sie schon so gut gestartet hatte mit Selbys Sieg beim Masters am Sonntag, konnte ich es kaum erwarten, bis Sylvia am Dienstagnachmittag ankam. Freu! Wir machten erst einmal eine kleine Wohnungstour, danach eine Minischultour und wir endeten in Sainsbury’s, um ein paar Frühstückssachen zu kaufen. Zum Abendessen durfte ich Sylvia mit nach Dean nehmen und es war sehr nett. Wir schauten uns zusammen mit Amy tolle Fotos an (da merkt man wirklich, dass sie eine Top-Fotografin ist) und ich bekam Unterstützung für meine wöchentliche Deutschstunde mit einer Schülerin.  Am Abend schauten wir mit Marie ein Video, und zwar „Notting Hill“ in Erinnerung daran, wie kindisch wir waren, als wir den Film zum ersten Mal gesehen hatten. *g* Sehr spät ging es in die Betten. Sylvia durfte übrigens in einem unserer Gästezimmer nächtigen.

Am Mittwoch nahm ich meinen Gast mit zur Arbeit für meine Stunden mit der XX und der LXX (Sixth Form). Danach düste Sylvia nach Birmingham und ich beendete meinen Schultag allein. Am Nachmittag verbrachte ich Stunden damit, mit Marie die Züge für unseren Trip in den Ferien herauszusuchen. Leider waren mir die Kosten für den Flug zu teuer geworden, daher bleibe ich im Half Term hier. Aber so habe ich die Möglichkeit, noch mehr von England zu sehen.
Am Donnerstag haben wir nach der Schule (bzw. Coventry – dorthin fuhr Sylvia) zusammen zu Mittag gegessen und sind dann zum Bahnhof und ab ging's nach London.

Wir suchten und fanden gleich unser Hostel in Bayswater und checkten ein. Anschließend düsten wir nach Covent Garden und suchten das Thatre Royal Drury Lane – zum Glück fanden wir es rechtzeitig vor der Vorstellung um 19.30h. Ich hatte Karten für das neue Musical „The Lord of the Rings“ gebucht.
Die Show war wirklich super! Natürlich waren die Songs (noch) nicht wirklich bekannt, aber viel interessanter fand ich sowieso die Umsetzung, die wirklich fantastisch war. Die Nazguls, Ents, die Riesenspinne Kankra, die Orks, Sauron und sogar der Unsichtbarkeitseffekt waren einfach unglaublich „real“! Dazu kam, dass die Bühne sich drehen sowie in verschiedene Höhen gebracht werden konnte, was die Szenen im Gebirge oder am Fluss sehr gut umsetzbar machte. Wir waren ganz hin und weg – und ich war froh, dass Sylvia und nicht ich am Mittelgang saß, denn in einer kurzen Umbauphase kamen doch tatsächlich eklige Orks schnüffelnd und knurrend durch die Gänge...
Nach dem Musical machten wir uns bald wieder auf den Weg zurück zum Hostel, denn es war spät und wir waren müde. Wir hatten übrigens ein Viererzimmer und die zwei anderen Leutchen kamen erst irgendwann in der Nacht. Davon bekam ich aber nicht wirklich etwas mit und „unterhielt“ mich erst am Morgen mit ihnen. Es handelte sich um zwei Italiener Mitte 20, die leider des Englischen nicht besonders mächtig waren. Ich versuchte etwas mit meinen Brocken Französisch und Spanisch sowie Zeichensprache zu erreichen. Sehr lustig.

Mit dem Frühstück wachten wir erst richtig auf. Sylvia und ich mampften Toast mit Marmelade usw. und starteten dann in unseren ersten „richtigen“ gemeinsamen London-Tag.
Davon berichte ich gleich mehr.

1 Kommentar 31.1.08 17:10, kommentieren

London II

Wir stapften als erstes in den Hyde Park und die Kensington Gardens, die gleich gegenüber des Hostels lagen. Wir spazierten bei herrlichstem Sonnenschein vorbei an einem Teich mit Schwänen und Entchen, schauten uns die Orangerie und den Kensington Palast an sowie bewunderten die „Versunkenen Gärten“. Danach schlenderten wir weiter zum Albert Memorial und zur Royal Albert Hall.
Mit dem Bus ging's Richtung South Kensington zum Harrod's, wo wir ein bisschen bummelten und ein paar – gerade so bezahlbare – Kleinigkeiten einkauften. Anschließend liefen wir vorbei an mehreren Kirchen zum Victoria & Albert Museum. Dort schauten wir uns einige Räume an, u.a. über asiatische Länder, Mode im Wandel der Zeit, Skulpturen, und eine Sonderausstellung über „Out of the Ordinary: Spectacular Craft“. Total cool (fand ich). *g*

Später nahmen wir den Bus zum Piccadilly Circus, wo wir Postkarten kauften und auf der Suche nach einer Post einen Tesco fanden, in den ich Sylvia gleich schleifte. Ich liebe Tesco's. Wir kauften uns was zu Essen und spazierten weiter die Straße runter vorbei am Frederick Duke of York-Denkmal und dem Churchill Museum.

Wir ließen uns an einem Entchenteich im St James' Park nieder und machten Mittagspause. Ich genoss mein vegetarisches Sushi und Sylvia ihr Ham-Salad-Sandwich.
Später liefen wir durch den Park und waren ganz begeistert von den wahnsinnig zutraulichen Eichhörnchen. Bis zum Buckingham Palace und dem Victoria Memorial folgten sie uns allerdings nicht. Und auch nicht zur Westminster Abbey, zu der wir im Anschluss gingen. Von dort aus liefen wir gleich zum Big Ben, hörten das Glockenspiel, genossen den Blick auf das London Eye und auf der anderen Seite auf die Houses of Parliament in der einsetzenden Dämmerung. Schöööön!


Mit dem Bus fuhren wir dann zum Trafalgar Square und machten natürlich obligatorische Nelson- und Löwen-Fotos. Die National Gallery sah zwar verlockend aus, aber zunächst ging's zum Leicester Square, wo wir uns Tickets fürs Theater heute Abend besorgten (leider nicht gerade günstig, aber dafür sehr gute Plätze). Mit den Karten in der Tasche besuchten wir anschließend die National Portrait Gallery, sehr beeindruckend!
Dann mussten wir uns schon beeilen, um rechtzeitig zurück beim Comedy Theatre zu sein. Wir sahen das Stück „The Lover The Collection“ - eigentlich zwei Stücke nacheinander, die unglaublich komisch waren. Wir lachten total viel und freuten uns über die Starbesetzung (Richard Coyle [vielleicht kennt ihr den aus „Coupling“?], Gina McKee [das wir gerade „Notting Hill“ gesehen hatten, war echt der Witz...], Charlie Cox [„Stardust“, „Casanova“], Timothy West).


Nach dem tollen Theater machten wir noch die Erfahrung, dass nicht alle Busse kommen, die auf dem Plan stehen und daher waren wir nach langem Warten, zwischendurch eine Weile laufen, dann doch schließlich die bei Sylvia unbeliebte Tube nehmend ca eine Stunde später im Hostel als wir hätten sein können, wenn wir gleich die Underground genommen hätten.

Wir fielen praktisch in die Betten.

2 Kommentare 31.1.08 17:42, kommentieren