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Canterbury und London III

Nach dem Frühstück (am Samstag, 26.01.08) gondelten Sylvia und ich erst mal per Tube durch London und es dauerte ewig, bis wir an der Victoria Station ankamen, da ausgerechnet an diesem Wochenende die Circle Line und die District Line geschlossen waren. Aber wir kamen noch rechtzeitig für unseren Zug Richtung Kent.

Etwa eineinhalb Stunden später kamen wir in Canterbury an und – glaubt es oder nicht – wir hatten wieder fantastischen Sonnenschein! Als wir in der Nähe des Bahnhofs vor einer Karte standen, sprach uns eine nette Omi an und erklärte uns gleich mal den Weg zur berühmten Cathedral. Bisher muss ich sagen, dass die meisten Briten echt superfreundlich sind! Ich habe mich schon daran gewöhnt, dass man beim Einkaufen von den Kassierern „My love“ oder „Darling“ genannt wird (was ich übrigens total toll finde, das sollte mal einer in Deutschland machen *g*) – aber auch dass die Leute so hilfsbereit sind, ist wirklich schön.


Jedenfalls spazierten wir dann auf einem Wall (vielleicht die Stadtmauer?) vorbei an den Dane John Gardens zur Innenstadt, durch kleine Straßen voller Geschäfte, Pubs und Menschen, durch das Canterbury Gate, an dem gerade zwei Typen Songs aus Dirty Dancing sangen, bis zur großen Kathedrale.
Die Canterbury Cathedral ist atemberaubend schön – natürlich besonders, wenn sie wie an diesem Samstag unter blauem Himmel erstrahlt! Sie ist die Mutterkirche der Anglikanischen Kirche, Sitz des Erzbischofs von Canterbury, Wallfahrtsort und Weltkulturerbe. Nur mal so als Info.
Da gerade ein Gottesdienst war, begannen wir unsere Besichtigung in den Gärten und dem Säulengang, bevor wir im Inneren den Chor, die Trinitätskapelle, die Krypta und das Martyrium Thomas Beckets sahen (so nennt sich ein Ort in der Kirche, an dem dieser Erzbischof 1170 ermordet wurde, angeblich auf Geheiß Königs Heinrich II. Laut Legende haben vier Ritter Thomas Becket getötet, ein Schwerthieb soll so gewaltig gewesen sein, dass das Schwert nach dem Mord auf dem Boden abbrach.)

*räusper * ein guter Moment, um ein Päuschen einzulegen – dachten wir uns und setzten uns auf eine Bank bei der Kathedrale. Später konnten wir endlich auch das Kirchenschiff bewundern, das eines der wenigen noch erhaltenen Beispiele der sogenannten English Perpendicular Gothic, die ihren Namen den senkrechten Linien der Pfeiler (des Stabwerks) verdankt, ist.

Nach insgesamt über 2 ½ Stunden auf dem Kirchengelände sagten wir dann good bye und besuchten in der Stadt zuerst das Touristeninformationszentrum, dann das Canterbury Royal Museum und die Art Gallery, in der uns eine Fotografie- und Kostümausstellung zum Thema „Divas and Ballerinas“ besonders gut gefiel, und schließlich schauten wir uns das „Eastbridge Hospital“ an, das Hospiz des hl. Thomas Becket (hospital von hospitality = Gastfreundschaft, es war also nie ein Krankenhaus). Der nette Herr dort empfahl uns, gleich im Anschluss zum Greyfriars House zu gehen, ein Haus, das im 13. Jh. über den Fluss Stour gebaut wurde, sehr hübsch anzusehen. Danach liefen wir noch weiter durch die Stadt, vorbei an den Westgate Towers, um schließlich in einem Internetcafé nachzuschauen, was wir am Abend machen könnten. Bald düsten wir zum Bahnhof und zufälligerweise begegneten uns noch die Ruinen des Canterbury Castle.

Um etwa Viertel nach 6pm waren wir wieder in London und machten uns auf zum Leicester Square, um noch Tickets für heute Abend zu bekommen. An den Half Price Boxes gab es allerdings nichts mehr unter 40 Pfund, so dass wir einfach direkt in einem Theater nachfragten und Glück hatten! Nachdem wir noch im Eiltempo Sandwiches an einer Bushaltestelle sitzend verdrückt hatten, sahen wir im Wyndham's Theatre Alan Bennett's „The History Boys“, ein wirklich lustiges Stück, das aber auch einen ernsten Hintergrund hat. Und natürlich ganz wichtig: Die Hauptdarsteller waren überwiegend gutaussehende junge Männer. *g*
Im Anschluss an das Theater ging's zurück zum Hostel. Baldige gute Nacht!

2.2.08 16:42, kommentieren



London IV

Während ich gerade FFH-Faschingsmusik höre (ahh...), kann ich nun noch weiter von meinem vergangenen Wochenende erzählen. Hier gibt es übrigens überhaupt kein Fasching oder so was. Aber am Dienstag ist in England der sogenannte Pancake Day oder auch Shrove Tuesday (to shrove = fasten). Das ist ein traditioneller Festessen-Tag, bevor die Fastenzeit anfängt. Laut Geschichte war der Dienstag vor Aschermittwoch die letzte Gelegenheit, um noch Fett und Eier etc. vor der Fastenzeit zu verbrauchen. *g* Ich hab mir schon das Rezept (auf Englisch) besorgt...

Nun aber zurück zu letztem Sonntag! Nach dem Frühstück checkten Sylvia und ich aus dem Hostel aus und schleppten den ganzen Tag unsere Backpacks mit uns herum – aber da wir viel Bus fuhren, war es nicht so schlimm. Wir machten uns per Bus auf den Weg zum Tower und saßen natürlich oben im Doppeldecker, um die Sicht (ratet mal: bei Sonnenschein! unfassbar) auf London zu genießen. Am Tower stiegen wir aus und spazierten in aller Ruhe zum Haupteingang. Sylvia wollte am liebsten gleich in den Souvenirshop, aber ich wollte so gerne ein Foto von ihr und dem Beefeater, der gerade da stand. Also fragte Sylvia, ob wir ein Foto machen dürfen und das Gespräch begann erst mal ziemlich schlecht, denn der gute Mann fragte, warum wir das denn wollten. Wir wollten doch bestimmt nur behaupten, wir wären im Tower gewesen und warum wir denn nicht reingingen usw. Wir stammelten mehr oder weniger herum (sollten wir ihm ins Gesicht sagen, dass die Preise einfach viel zu hoch sind?) und plötzlich meinte er so „Come, do you want to have a look?“, legte seine Arme um uns, führte uns an den Sicherheitschecks vorbei und stellte uns zu einer großen Gruppe, die auf den Beginn ihrer Führung wartete. Wir hingegen warteten nun darauf, dass er uns wieder rausführte, aber nichts da, er ließ uns einfach stehen und ging wieder. Tja, super! Wir waren im Tower, juhu! *g * Wir nahmen an einer ca einstündigen Führung teil (mit Beefeater Paul – unglaublich lustig und soo charmant ) und erfuhren eine Menge über sämtliche Tower im Tower, das Traitor's Gate, die Foltermethoden, die Kronjuwelen usw. Da gerade eine Taufe in der Kapelle war, konnten wir dort noch nicht hinein, so dass die Führung davor endete. Sylvia und ich verbrachten etwa die nächsten 2 Stunden damit, sämtliche Tower, Museen, Ausstellungen und natürlich die Kronjuwelen anzuschauen. Spannend fanden wir auch die Rabenzucht, die im Tower beherbergt ist, sehr cool! Und die Vögelchen sind so zutraulich (was wohl auch daran liegt, dass sie nicht fliegen können, weil ihnen die Flügel gestutzt werden.. die Armen... ganz schön fies).
Schließlich konnten wir uns noch der nächsten Führung unseres Lieblingsbeefeaters anschließen und erhielten auch das „Finale“ in der Kapelle. Hach! Männer in Uniform *g* und wenn sie dann auch noch witzig sind...

Am späten Mittag verließen wir den Tower, bewunderten die Tower Bridge und die Möwen über der Themse, bevor wir über eben diese auf der Brücke auf die andere Uferseite fuhren, um an der London Bridge auszusteigen und unseren Weg vorbei an der Tate Modern zu Shakespeare's Globe zu finden.

Dort erkauften wir uns den Eintritt in die Ausstellung mit Informationen, Kulissen, Kostümen, alten Musikinstrumenten usw., schauten ein paar Schauspielern (?) beim Schwertkampf-Üben zu und nahmen schließlich an einer Führung in das nachgebaute Globe Theatre teil. Es ist das dritte Globe an dieser Stelle an der Themse, da das erste während einer Vorstellung abbrannte (1613 steckte eine Kanone während einer Aufführung des Stücks Heinrich VIII. das Strohdach in Brand) und das zweite (dieses Mal mit Ziegeldach!) 1644 abgerissen wurde, weil ab 1642 die puritanische Regierung alle Vergnügungsstätten schloss und es sich nicht mehr rentierte... 1989 fand man bei Bauarbeiten die Reste des Fundaments und begeisterte Shakespeare-Fans spendeten für den Wiederaufbau. 1997 wurde es wiedereröffnet. Das Theater ist wirklich wunderschön und wenn es für Vorstellungen geöffnet hat (nur von Mai bis Oktober, da es ja offen ist) würde ich wahnsinnig gern noch mal hin und ein Stück sehen.

Nach unserem Besuch im Globe Theatre genossen wir noch die Sicht auf London in der Dämmerung und nahmen einen Bus zurück zum Tower, weil Sylvia doch noch in den Shop wollte. Im Anschluss gondelten wir wieder oben im Doppeldecker zum Piccadilly Circus und kauften uns Sandwich bzw. Sushi sowie je einen Muffin zum Abendessen, mjam! Wir wagten dann noch das Abenteuer, mit dem Bus zum Bahnhof in London Euston zu fahren (nach Freitagabend waren wir doch ein wenig verunsichert) und es klappte so gut, dass wir viel zu früh da waren. Um 22 Uhr kamen wir in Rugby an, nahmen ein Taxi zum Horton Crescent, packten aus und gingen spät in die Betten. Was für ein toller Tag!

2.2.08 19:39, kommentieren

Alltag, Dinner @Laura's, Town House-House Play

Am Montag schleifte ich Sylvia morgens mit in die Chapel, weil ich wollte, dass sie als zukünftige Relilehrerin diese Tradition der Rugby School miterlebt – und dann war es eine ganz komische Chapel mit Dudelsäcken und einem Lehrer, der über Haggis philosophierte, weil an einen besonderen schottischen Tag von letzter Woche erinnert werden sollte. Sehr lustig – aber doch absolut untypisch für Chapel sonst. *g* Während ich meinen Mörderschultag (von 8.25h bis 17.15h) hinter mich brachte, fuhr Sylvia nach Oxford und wir trafen uns erst nach dem Abendessen wieder. Diese Woche waren vier Inspektoren in der Schule, um zu inspizieren, wie es mit childcare usw. in der Rugby School aussieht und ob ihr guter Ruf wirklich gerechtfertigt ist. Und wo war natürlich eine der Inspektoren: In Griffin, wo ich sowohl zum Mittag- als auch zum Abendessen sein musste. Aber soweit ich inzwischen gehört habe, ist die Rugby School tatsächlich in allen Bereichen „outstanding“. Sehr gut!

Den Abend verbrachten Sylvia und ich damit, unsere Fotos von London anzuschauen und uns über unsere Erlebnisse totzulachen (Insider an dieser Stelle: Lieber vor dem Schlafen unter die Bettdecke gucken, nicht, dass irgendwelche Freunde von dir ihre speziellen Kleidungsstücke dort deponieren und dann vergessen *g*) und wir waren auch traurig, dass die Woche schon wieder fast vorbei war... Aber wir vergaßen nicht, bei amazon eine Webcam für mich zu suchen und zu bestellen, damit ich jetzt auch endlich mit Livebild skypen kann. *freu*

Am Dienstagmorgen brachte ich Sylvia noch auf den Weg zum Bahnhof und ging ins Department. Schade...
Trotzdem war mein Dienstag ziemlich schön. Nach meinen Stunden (herausragend natürlich wie jeden Dienstag die Stunde mit „meinem“ Deutschiraner aus Düsseldorf) verbrachten Marie und ich den gesamten Nachmittag damit, die Hostels für unseren Trip im Half Term zu buchen und das bedeutete nicht nur im Internet rumsuchen und Geld ausgeben, sondern auch viel herumtelefonieren, da in einigen Städten gar keine gescheiten Hostels online waren. Daher kam ich auch zu spät nach Dean, aber die liebe Matron Kay hatte mir etwas vom Abendessen aufheben lassen. So machte ich meine allwöchentliche Deutschstunde mit einer Schülerin, quatschte noch mit Amy und Chantal und ging dann „nach Hause“, wo ich einige Haushaltsaufgaben erfüllte.

Mittwoch und Donnerstag habe ich tagsüber nichts Besonderes unternommen, meine Highlights waren neben Lunch in Kilbracken (so lustig!) meine Spanischstunde, Abendessen mit Jan, Colette und Mindy in Rupert Brooke und am Donnerstagabend besuchten Marie und ich Laura (die IT-Lehrerin, die zu Dean attached ist), da sie uns zum Dinner eingeladen hatte. Das war total lecker und es war supernett bei ihr! Wir gingen danach noch in den SCR (Lehrerzimmer), wo wir zufällig Marco und Noemi trafen und „Chocolat“ anschauten (Marie kannte ihn noch nicht, nicht zu glauben). Ich erinnerte mich daran, wie ich diesen Film zum ersten Mal gesehen hatte. Damals mit Sonja in der 10. Klasse... *g*

Gestern war wieder ein sehr schöner Tag. Es gab einen Minischneesturm (es blieb aber nichts liegen) am Nachmittag, aber zum Glück waren wir da schon vom Lunch in Sheriff zurück im Department. Ich habe meinen Flug für die Osterferien gebucht und abends sahen Marie und ich im Macready Theatre das House Play des Jungshauses „Town House“, zu dem Andrew gehört. Er hat Regie geführt und das Stück war einfach fantastisch! Wir haben so viel gelacht! Das Stück hieß „The Affairs at Meddler's Top“ und da es ja ein Jungshaus war, mussten auch die weiblichen Rollen von Männern gespielt werden – Lachkrämpfe vorprogrammiert! Einfach herrlich! Danach feierten wir Andrews Erfolg noch mit einem Bier im Merchant's.
Zur Zeit stehen die ganzen House Plays an. Jedes Haus inszeniert einen Abend mit Musik und Schauspiel, zu dem Lehrer, Schüler und Eltern kommen. Heute Abend steht das Griffin House Play an, zu dem auch Marjorie kommt. Deshalb muss ich jetzt auch ganz schnell weg! Bis bald!

2.2.08 20:05, kommentieren

Ein fröhliches - leicht gestresstes - Hallo aus Rugby!

Eigentlich habe ich nicht wirklich viel Zeit, da ich schon den ganzen Tag unterwegs bin und langsam mal ins Bett muss, da morgen (bzw. heute) um 8.25h noch mal Schule ist.
Heute nach der Schule sind wir drei assistants mit Noemi zum Lunch in ein mexikanisches Restaurant gegangen, danach war ich eine Stunde in der Bibliothek und habe mit der netten Bibliotheksfrau gequatscht, anschließend hatten wir assistants ein meeting mit Crispin, danach eine Fire Risk Begehung in der WG mit dem Securitymann inklusive Ausprobieren eines Feuerlöschers, was ich bisher noch nie gemacht habe, sehr spannend – direkt im Anschluss war ich in Griffin, um am „Themenabend“ teilzunehmen: Thema: Valentinstag (es gab also Kekse in Herzform, Schmachtmusik usw., weil der Valentinstag ja in die Ferien fällt). Heute Abend stand schließlich das Rupert Brooke House Play (A Family Pantomime) an mit anschließendem dinner & drinks. Das Stück war total gut und so lustig – es ist mit dem Town House Play das Beste. Ich habe zwar auch die Stücke von Griffin, Dean und Stanley gesehen, aber sie waren nicht soo gut wie das heutige.

Sonst habe ich diese Woche nicht viel getan außer Arbeiten. Am Mittwoch war ich in Dean, um den „frischen“ Enkel von Kay (der Matron) zu begutachten und der ist ja sooooo süüüß! Ich habe ihn eine Stunde lang im Arm gehalten und bin sehr begeistert. Der Kleine ist gerade mal zwei Wochen alt, also wirklich eine mini Portion. Well, ich brauche nun also unbedingt einen Mann. *g*
Was gibt’s sonst zu berichten? Hmm, so langsam habe ich fertig gepackt für morgen. Marie und ich starten unsere Südengland-„Rundreise” morgen Mittag. Wir haben alles selbst geplant, Zugtickets und Hostels/Hotels gebucht und hoffen nun einfach auf gutes Wetter und wenig Rückenschmerzen vom Backpack tragen... Das wird nicht erholsam, aber sicher cool! Wir starten übrigens in Bristol. Ich denke nicht, dass ich während der 9 Tage viel Zeit und viele Gelegenheiten zum Schreiben haben werde, so dass ich das dann hinterher ausführlich nachhole.

Drückt uns die Daumen, dass alles klappt! Liebe Grüße, Eure Irene

1 Kommentar 8.2.08 01:14, kommentieren

Big journey starts: Bristol und Bath

Hier ist mein erstes Lebenszeichen von unserem Suedenglandtrip! Mir geht es sehr gut! Aber nun erst mal zum bisherigen Reiseverlauf!

Am Freitagmittag sind Marie und ich unter warmer Sonne nach Bristol aufgebrochen und waren gg 16 Uhr dort. Auf dem Weg zum Hostel haben wir schon mehrere Kirchen (besonders schoen die St Mary's Redcliffe) gefunden und das Stadtinnere durchspaziert. Nach dem Einchecken ging's gleich zurueck zu den Promenaden und wir schauten uns die Bristol Cathedral an - leider war sie schon geschlossen und zu meiner Enttaeuschung nicht mal angestrahlt. Nachdem wir noch einige Gaerten angesehen hatten (College Green) spazierten wir zum Millennium Square, wo gerade eine BBC Aufzeichnung lief und schliesslich gingen wir lange am Floating Harbour entlang und genossen die tolle Sicht aufs Wasser - wirklich sehr huebsch anzuschauen! Spaeter gingen wir noch ein bisschen einkaufen und zurueck im Hostel snackten wir unser Abendessen und sassen noch bei einem Tee zusammen. Der erste Tag ging schnell zu Ende! Wir waren seeeehr muede (das Rupert Brooke House Play am Donnerstagabend war naemlich sehr lustig und toll und wir kamen extrem spaet ins Bett).

Am Samstagmorgen fanden wir noch die Temple Church mit angrenzendem Garten und fuhren dann nach Bath, nur ca 10 Minuten von Bristol entfernt. Das Bath Backpackers lag perfekt nur 3 Minuten vom Bahnhof. Wir liessen unsere schweren Rucksaecke dort und starteten in unseren Bath-Tag. Wir begannen mit einer ausfuehrlichen Besichtigung der Bath Abbey (wunderschoen!) mit angeschlossenem Museum ueber die Geschichte der Abbey. Im Anschluss erkauften wir uns den Eintritt in die beruehmten Roman Baths, die der Stadt Bath ihren Namen gegeben haben. Die antiken Baeder und deren Ueberreste waren super inszeniert (teilweise mit Schauspielern) und es war hochinteressant, durch die Gemaeuer und Ausstellungen zu streifen und dabei Audikommentare zu hoeren (sogar in Deutsch). Die Roemerbaeder waren wirklich unglaublich beeindruckend und den Eintritt absolut wert. Zum Abschluss gab es noch einen schwefeligen Trunk, der mich aber nicht begeisterte...
Nach unserem Besuch spazierten wir in herrlichstem Sonnenschein durch Baths Strassen und Gaesschen und setzten uns schliesslich in den Victoria Park (beim Royal Crescent, einem riesigen halbrunden langgezogenen Gebaeude), um ein Sandwich zu essen. Anschliessend besuchten wir noch das Jane Austen-Centre und eine kleine Art Gallery. Ausserdem fanden wir zufaellig das aelteste Haus Baths.
Am Abend gingen wir zurueck ins Hostel, um uns dort in der Kueche etwas zum Abendessen zu machen. Ich unterhielt mich dann noch mit einigen Maedels, mit denen wir das Zimmer teilten (Australierinnen und Spanierinnen - alle sehr nett), bevor ich spaet ins Bett fiel. Reisen ist anstrengend!

Heute Morgen haben wir Bath nach dem Fruehstueck verlassen. Dazu gleich mehr.

1 Kommentar 10.2.08 22:19, kommentieren

Exeter

So, nun sitze ich hier also im Globe Backpackers in Exeter und habe einen langen Tag hinter mir.
Marie und ich sind von Bath ueber Bristol und Taunton hierher gefahren und im Zug unterhielt ich mich die ganze Zeit mit einer sehr netten jungen Grundschullehrerin aus Cornwall. Echt total interessant! Wir verglichen z.B. unsere Studiensysteme *g* und sie erzählte mir vom "Eden Project", für das sie nebenbei arbeitet.

Wir kamen gegen Mittag in Exeter an und mussten durch die ganze Stadt laufen, um zum Hostel zu kommen. Das war aber sehr gut, da wir so schon total viel anschauen konnten. Wir sahen Ueberreste der Stadtmauer, die Iron Bridge und mehrere Kirchen (z.B. St David's Church). Wir checkten dann hier ein und das Hostel scheint wirklich das bisher schoenste zu sein, irgendwie sehr warm und nett. Das Zimmer ist gross und die Betten richtig massiv aus Holz, nicht die Ikea-Leichtbauweise. Es ist alles recht rustikal.
Wir blieben aber nicht lange, eigentlich assen wir nur schnell unser Mittagessen (Sainsbury's Sandwiches) und unterhielten uns dabei mit einer sehr freundlichen Frau, die uns mittlerweile schon ihre halbe Lebensgeschichte erzaehlt hat.

Wir brachen gegen 15.30h wieder auf und gingen zur Exeter Cathedral, die einfach ganz, ganz toll ist! Sowohl von aussen als auch von innen! Gerade, als wir rein gingen, spielte jemand Orgel und das gab der Kirche noch das besondere Etwas. Wir besichtigten alle Raeume und kleinen Kapellen, die an das Hauptkirchenschiff und den Chor angeschlossen sind.
Danach gingen wir durch die Altstadt, die ehrlich gesagt huebscher ist als die in Bath, vor allem fahren hier weniger Autos mitten durch die alten Strassen.
Wir kauften uns noch im Tesco unser Abendessen und schauten uns dann noch die Guildhall an sowie die sogenannten "Stepcote"-Stufen, eine mittelalterliche Strasse. Am Fusse des Straesschens fanden wir die St Mary's Chruch und "The House That Moved", ein niedliches kleines Fachwerkhaus, das Ende des 20. Jahrhunderts versetzt wurde, weil an seinem bisherigen Platz eine Strasse gebaut werden musste. Lustig.
Schliesslich begaben wir uns noch in einen kleinen Buchladen und kauften ein paar Buecher (nicht zu viel leider, da wir ja alles mitschleppen muessen). Der Laden basiert auf dem Prinzip "Gib, was du willst", also man muss keine Unsummen bezahlen und kann wahre Schaetze finden! Sehr cool.
Danach schauten wir noch auf Exeter bei Nacht und verzichteten darauf, den Quay zu besuchen. Wir gingen lieber zurueck zum Hostel, es gab was zu Essen und anschliessend sassen wir noch zusammen und haben uns mit der netten Frau von heute Mittag unterhalten. Nun schreibe ich und gleich werden Marie und ich noch was hier trinken und sicher nicht zu spaet ins Bett gehen!
Ich hoffe, bei euch ist alles okay!
Viele liebe Gruesse und bis bald!

1 Kommentar 10.2.08 22:34, kommentieren

St Ives

Huhu! Leider ist mir in den folgenden Hostels kein günstiger Internetzugang mehr begegnet und außerdem hatte ich auch nicht so viel Zeit. Daher melde ich mich erst jetzt von Rugby aus wieder und erzähle mal, was wir noch so Schönes in Südengland unternommen haben!

Nach Exeter ging es am Montag ab nach Cornwall. Das Wetter in der Grafschaft Devon war am Morgen trüb und wir waren schon ganz traurig, dass wir nun für den Schatz Englands – Cornwall – keine Sonne wie bisher haben würden, aber als wir in St Erth auf unseren Anschlusszug nach St Ives warteten, saßen wir unter blauem Himmel und warmem Sonnenschein! Nicht zu glauben! Wir kamen am Mittag in St Ives an und wurden von dem kleinen Ort sofort in seinen Bann gezogen. Dieses Städtchen gehört ab sofort zu meinen Lieblingsplätzen Englands! St Ives ist fast völlig vom Meer umrandet, es gibt 3 große Strände (Porthminster Beach, Porthmeor Beach und Porthgwidden Beach) und einen Hafen mit Leuchtturm, große Hügel (The Island) mit einer Wetterstation und mit einer Kapelle darauf (die jedoch aussieht wie ein Häuschen) und die ganze Stadt wirkt unglaublich malerisch mit kleinen Häusern, unendlich vielen winzigen Läden und Cafés/Restaurants dicht aneinander gedrängt – unterbrochen von niedlichen Wohnhäusern und zig Kunstgalerien. St Ives ist nämlich auch eines der Künstler-Orte Englands, 1928 wurde in der Stadt eine Künstlerkolonie gegründet und 1993 eröffnete die Londoner Tate Gallery einen Ableger in St. Ives mit den Werken der dortigen Künstler (z.B.Ben Nicholson, Barbara Hepworth, eine der berühmtesten englischen Bildhauerinnen, die auch ein eigenes Museum in St Ives hat).

Bevor wir uns in die Stadt stürzten, durften wir im Besucherzentrum unsere Backpacks abgeben, da das Hostel erst um 17 Uhr aufmachte (die waren soo nett im Visitors' Centre). Wir gingen dann erst einmal zum Hafen, wo wir uns Fudge kauften (gaanz wichtig hier, denn in Cornwall soll er am besten sein! Ach ja, übersetzt würde man wohl so etwas wie „Buttertoffee“ sagen!) und wir gingen zu den Stränden und genossen die pure Romantik des glitzernden Meeres. Zur Feier des Tages kauften wir uns Original Cornish Ice Cream und spazierten es begeistert schleckend durch die Gegend – ein Auge auf die Möwen gerichtet, die uns und unserem Eis doch bedrohlich nahe kamen – bis auf einen steinernen Steg, der bei Flut nicht zu sehen ist. Jetzt war nämlich gerade Ebbe und daher saßen einige kleine Schiffchen im Hafen auch auf dem Trockenen. Wir bestiegen schließlich die Hügel und genossen die Sicht übers Meer und auf das bilderbuchgrüne Gras *g*, bevor wir zurück zur Guildhall gingen (in der das Besucherzentrum ist) und unsere Rucksäcke holten, um im Hostel einzuchecken. Wir hatten hier ein Doppelzimmer gebucht (herrlich), blieben aber nur kurz, denn wir wollten wenigstens den Rest des Sonnenuntergangs sehen und gingen noch einmal draußen spazieren, u.a. an der Tate Gallery vorbei. Später im Hostel gönnten wir uns Scones mit Jam und Clotted Cream (hatten wir vorher im traditionellen Bäckerladen gekauft, mjam!), bevor wir uns noch einen ruhigen Restabend machten.

Am nächsten Morgen standen wir früh auf und waren schon um 8 Uhr unterwegs in den Gässchen St Ives', um eine morgendlich-frische Runde auf die Hügel zu drehen, an deren Fuß wir auf Steinen am Meer und in der Sonne sitzend frühstückten. Sooo schön! Das war das frühe Aufstehen wert! Wir besuchten auch den Hafen noch einmal, der nun weniger sandig aussah, da das Meer „wieder da war“. Zurück im St Ives Backpackers checkten wir aus und liefen zum Bahnhof, an dem um 10.25h unser Zug nach Penzance abfuhr.

17.2.08 17:25, kommentieren