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Worcester

Am Samstagmorgen (01. März) habe ich mich auf den Weg zum Bahnhof gemacht, wo ich feststellte, dass mein Zug gestrichen wurde. Juhu.. Mein Lieblingsbahnangestellter Paul (ja, sowas hab ich hier! *g* Er bekommt immer einen Schreck, wenn er Marie oder mich sieht, weil wir unsere Mega-Südenglandtour bei ihm gebucht hatten und seitdem kennt er uns und fragte mich auch am Samstag, ob ich hoffentlich etwas Einfaches wolle, hihi) suchte mir zum Glück einen Zug nach Birmingham heraus, mit dem ich meinen angestrebten Anschluss nach Worcester noch erreichen konnte.

So war ich also um 11.30h herum in der Stadt in den West Midlands und lief einfach mal los. Ich erwischte anfangs Seitenstraßen, die mich durch ihre Fachwerkhäuschen sehr an Stratford erinnerten. Ich folgte eine Weile dem Glockengeläut, das mich schließlich zur Kathedrale führte. Ich besichtigte diese im Eiltempo, da ich theoretisch gar nicht mehr hätte reingehen dürfen. Sie war eigentlich geschlossen und ein Schild erklärte mir „Dr John Inge will be enthroned as the 113th Bishop of Worcester here in the Cathedral today“ - aber ich ließ mich nicht beeindrucken und ging eben trotzdem rein. Später spazierte ich noch ein bisschen durch den Kirchgarten und am Fluss Severn entlang.

Dann suchte ich die Guildhall, in der ich erst das Touristeninformationszentrum und dann einen Arts & Craft Markt besuchte. Mit dem Stadtplan ausgerüstet fand ich anschließend schnell das Museum und die Kunstgalerie, obwohl mich die Sonne doch extrem blendete. Am Morgen hatte es nicht nach einem Schäfchenwölkchen-Tag ausgesehen, daher hatte ich meine Sonnenbrille nicht mitgenommen.. Wie man's macht, macht man's verkehrt.

Im Museum sah ich eine interessante Ausstellung über Soldaten des Worcestershire Regiments und – natürlich noch besser *g * – eine über Spielzeug. Voll cool! Es ging um Lego, Barbie, Sindy, Filmspielfiguren usw. Am besten gefiel mir aber die Galerie, die gerade eine Fotografiensammlung ausstellte: „Capturing the Moment: Photographs by Reg Wilson“. Sie zeigte Wilsons Fotos von Schauspielern, Balletttänzern oder Stars während ihrer Auftritte und es waren einige fantastische Aufnahmen darunter, vor denen ich ewig voller Bewunderung stand.

Später lief ich noch einmal durch die halbe Stadt, um einen Blick in „The Commandery“ zu werfen, wo Karl II. vor der Schlacht von Worcester in 1651 (als er versuchte, die Krone Englands durch Gewalt zurückzuerobern, aber scheiterte) quartiert hatte. Auf das Museum der „Royal Worcester Porcelain Company“ hatte ich im Anschluss keine Lust mehr und ging lieber eine Weile einkaufen – hab ich ja schon lange nicht mehr gemacht.
Am Nachmittag fuhr ich dann wieder zurück nach Rugby.

Ich verbrachte den Abend mit Maria, mit der ich wie schon gestern Abend überraschenderweise ein vernünftiges Gespräch führte, das sich nicht um Fernsehen oder Einkaufen drehte. Unglaublich! Später schauten wir noch einen Film zusammen.

02.03.08
Bevor ich ab 18 Uhr on duty in Griffin war und Mrs Naylor mich mal wieder mit vielen Aufgaben betraute (nicht nur dauernd durchs Haus laufen, sondern auch noch Listen für sie tippen...), hatte ich den Sonntag hauptsächlich damit verbracht, meine Stunde für Montagmorgen mit der LXX vorzubereiten. Jonathan hatte mich gebeten, den Gedicht-Übersetzungswettbewerb zu promoten und ein deutsches Gedicht vorzustellen. Meine Entscheidung war nach wenigen Sekunden gefallen und ich stellte am Montag eines meiner Lieblingsgedichte „Der Panther“ von Rilke vor.
Meine Präsentation kam sehr gut an, aber ob meine lieben Schülerchen wirklich alles verstanden haben, weiß ich immer noch nicht. *g*
Am Dienstag war ich mit Marie und Laura verabredet, um für unsere Bar am Freitag einkaufen zu gehen. Natürlich schleppte Marie ihre Laurianne wieder mit (ich verstehe einfach nicht, warum sie die immer mitnehmen muss, obwohl sie weiß, dass ich Laurianne und die mich nicht leiden kann... Offensichtlich sind einige Franzosen eher egoistisch als sensibel gegenüber anderen.) Wir kauften jedenfalls ordentlich ein (Sekt, Creme de Cassis, Limettensaft, Tequila, Jägermeister, Bier, viiiiele Knabbersachen) und nun sind wir bestens ausgerüstet für Freitag. In zwei Tagen findet unsere „Modern Languages Bar“ statt, die Marie und ich organisiert haben. Es gibt typisch französische, spanische und deutsche Getränke (also u.a. Kir Royal, Margarita, Jägermeister, Bier) und Snacks (Baguette & Käse, Pöm-Bären, Brezel, Gummibärchen, Tortillas). Dazu wird es Musik in den drei Sprachen geben. Ich hoffe, es wird ein Erfolg!

Heute habe ich nach der Schule die gesamten D-Block (das sind die ca 16jährigen) orals durchgearbeitet und aufgenommen, damit die Schüler wissen, wie sie ihren Text richtig aussprechen. Ganz schön anstrengend.
Und jetzt muss ich mal für morgen meinen Kram zusammensuchen... Bis bahald!

5.3.08 21:42, kommentieren



York

Seit meinem letzten Eintrag habe ich schon wieder einiges erlebt. Ich raste irgendwie fast nie hier in  England.
An dieser Stelle übrigens vielen Dank an Oma für deinen lieben Brief! Ich freue mich immer so sehr!

Am Donnerstag (06.03.08) hatten wir wieder mal einen Activities Day und ich habe die Chance ergriffen, das Junior Department (Marshall House) nach York zu begleiten, da ich dort schon die ganze Zeit hinwollte (aber mit dem Zug dauert die Fahrt 4 Stunden und ist sehr teuer). Ich bin also um 7.45h in einen Bus gestiegen und war neben meiner Housemistress Mrs Naylor und meiner Matron Liz, denen ich meine Anwesenheit zu verdanken hatte, sowie einem weiteren Lehrer, Richard, Aufsichtsperson für etwa 30 11-12jährige. Fun! *g* Ich saß neben Richard, den ich zwar schon oft gesehen, aber mit dem ich eigentlich nie mehr als 3 Worte gewechselt hatte. Nun verbrachten wir die nächsten 3 Stunden mit einem angeregten Gespräch, das so ziemlich alle Basisvokabeln enthielt, die er kannte – wir redeten auf Deutsch! Unglaublich! Nach 5 Minuten Englisch gestand er mir nämlich, dass Deutsch eines seiner Abiturfächer gewesen, er aber sehr eingerostet sei und so bot ich mich natürlich gerne als Sprachauffrischerin an. Es hat so viel Spaß gemacht, mit ihm zu quatschen. Natürlich wäre es auch gut für mich gewesen, auf Englisch mit einem Englischlehrer zu reden, aber da es hier an der Schule so wenige junge Leute gibt, die Deutsch sprechen können, musste ich die Chance ergreifen.

In York angekommen besichtigten wir gleich das monumentale York Minster – die größte Kirche nördlich der Alpen, wie uns unser freundlicher Führer stolz mitteilte. Der nette Opi führte uns fast eineinhalb Stunden durch die Kathedrale, erklärte ALLES und fesselte mich besonders mit seinen Erläuterungen über das Reinigen der Fenster in der Kirche. Es gibt 128 Fenster, die alle aus etwa 2 Millionen einzelnen Glasstücken zusammengesetzt sind. Ein Fenster wird alle 125 Jahre geputzt. Dafür wird es komplett ausgebaut und in seine Kleinteile zerlegt, die dann Stückchen für Stückchen geputzt werden, bevor das ganze wieder zusammengesetzt wird. Da würde ich auch nur alle paar hundert Jahr Fenster putzen...

Nach der informativen Führung liefen wir alle zur Stadtmauer und spazierten auf dem Wall durch halb York *g*, bevor ich mich wie abgesprochen selbständig machte. Ich genehmigte mir mein „packed lunch“ auf einer Bank in der Fußgängerzone und  besuchte anschließend das „Jorvik Viking Centre“, ein archäologisches Museum. Jórvík ist der Wikingername Yorks. Im Museum wurde das Alltagsleben der Wikinger aus dem Jahr 975 n. Chr. rekonstruiert – mit Kulissen, sich bewegenden Figuren, Ton und Gerüchen! Man erlebt diese Darstellung von einer Gondel aus, die durch die nachgebaute Stadt Jorvik fährt. Echt sehr cool! Natürlich laufen die Angestellten im sich anschließenden Ausstellungsabschnitt auch alle in Wikingerkostümen herum. An meine frühere Erwähnung anschließend muss ich an dieser Stelle loswerden, dass mir Männer in Mittelalterkleidung auf jeden Fall besser gefallen als die in Wikingerrüstung. Das musste mal gesagt sein.

Nach meinem Aufenthalt in der Wikingerzeit schlenderte ich ein bisschen durch die Straßen und Geschäfte Yorks und machte mich auf den Weg zum National Railway Museum. Dort traf ich „meine Gruppe“ wieder und wir fuhren alle zusammen mit dem „Yorkshire Wheel“, einem Riesenrad. Danach hatte ich noch Zeit, mir einen Teil des Museum anzuschauen, was sehr interessant war. Es sind ganze Hallen voller Züge (Waggons und Lokomotiven), in die man sogar reingehen kann. Schade, dass mein großer Bruder nicht dabei war, das hätte ihm bestimmt gut gefallen.

Gegen 17h ging es wieder auf den Heimweg und wir Lehrer waren total erschlagen und müde, während die Kinder voll aufdrehten. Am nächsten Tag erfuhr ich dann, dass sie im Bus Red Bull getrunken hatten... Kein Wunder also.
Als ich schließlich gegen 19.45h in der WG war, traf ich dort Andrew und leider auch SCHON WIEDER Laurianne. Dementsprechend eilig verabschiedete ich mich nach oben und machte mir einen ruhigen Abend – immerhin musste ich ja für Freitag wieder fit sein: Langer Schultag und danach: Unsere Bar!

2 Kommentare 10.3.08 15:57, kommentieren

Unsere Modern Languages Bar

 

Am Freitag hatte ich einen normalen Schulmorgen gefolgt von Lunch in Sheriff und wie immer anschließendem Kaffee. Danach düste ich nach Hause, rief meine Mama an, um das Familienrezept für russische Eier zu erfragen und lief schnell zum Supermarkt, um alles einzukaufen. In der WG bereitete ich eben diese Eier zu und ging dann mit Maria zum Senior Common Room, wo sie noch ein paar Bilder ausdruckte und ich schon mal meine deutschen Poster usw. unten in der Bar aufhängte. Laura kam dazu und wir bereiteten weiter für später vor, bis ich zu meiner letzten Stunde des Tages eilte. Im Anschluss musste ich alle Sachen (also hauptsächlich das Essen) aus der WG holen und kam gerade so vor dem ersten Barbesucher im SCR an. Marie kam wie immer 15 Minuten zu spät und Maria ließ sich netterweise auch bald blicken, so dass wir die Arbeit gleichmäßig verteilen konnten.
Wir hatten jede Menge „Gäste“, die sich über die „europäische“ Atmosphäre freuten, die wir durch die Bilder an den Wänden, die französische, spanische und deutsche Musik und das entsprechende Essen erzeugten. Besonders freute ich mich über Besucher, die sonst nie zur Bar kommen und die sich extra unseretwegen blicken ließen, z.B. Wendy, Amanda (Französischlehrerin), Judy, Colette und Jan! Echt so lieb. Natürlich war es auch sehr angenehm, mich mit Richard und Max zu unterhalten, als es etwas ruhiger wurde. Eine nette Abwechslung für mich zu den ganzen Franzosen (Amandine, Marjorie, Marie, Laurianne und Andrew, den man ja schon zu diesen zählen kann).
Irgendwann nach 23 Uhr begann das Aufräumen und als wir spät gingen, kam Marco noch nach seiner duty night für einen letzten Kir Royal vorbei. Insgesamt war der Abend ein voller Erfolg! Alle hatten viel Spaß und freuten sich über den allerersten Barabend, der von den assistants organisiert worden war.

Ansonsten hatte ich am Freitag noch eine tolle Überraschung, die ich bisher nicht erwähnt hatte: Als ich nach der Schule „nach Hause“ kam, erwartete mich ein Päckchen von meiner besten Freundin! Freu, freu! Ich packte begeistert meine Geburtstagsgeschenke aus, die alle überaus bedacht gewählt waren! Vielen lieben Dank noch mal an dieser Stelle! Das beste Geschenk war die (erste?) CD „Way of Life“ von Sebis und Brunos Band „The Witches of Urban Jazz“ - ich habe mich soooo sehr gefreut und höre die CD seitdem fast ununterbrochen.

2 Kommentare 11.3.08 16:18, kommentieren

Gloucester

Nach einer sehr kurzen Nacht machte ich mich um 9 Uhr auf den Weg zum Bahnhof, um meinen Zug nach Birmingham und weiter nach Gloucester zu nehmen. Wegen eines Zwischenfalls vor Birmingham fuhren am Samstag aber alle Züge nur bis zum Flughafen, an dem ich in einen Shuttlebus in die Innenstadt umsteigen musste. Natürlich war mein anvisierter Zug schon weg und ich musste eine Stunde auf den nächsten warten. Um 12.30h war ich aber endlich in Gloucester angekommen und begann mein „Stadtbesichtungsmuster“ wie fast immer mit dem Suchen, Finden und Besichtigen der Kathedrale, die sehr hübsch war. Nach dem York Minster werde ich allerdings wohl nicht so schnell wieder was extrem Beeindruckendes finden.

Anschließend schaute ich mir noch ein paar Denkmäler an und ging dann zum Hafen der Stadt, der sehr beschaulich ist mit vielen alten Warenlagerhäusern und einem großen Antikmarkt in einem der Häuser. Leider war es extrem windig und ich fror etwas. Deshalb besuchte ich danach auch erst mal das Museum und die Kunstgalerie, beides ganz nett aber nicht herausragend.

Da ich im Anschluss einfach keine Lust mehr auf Kultur hatte, entschied ich mich, meine restlichen 2 Stunden in Gloucester mit Einkaufen zu verbringen! Yeah! Was ich alles gekauft habe, möchte ich aber nun nicht ausbreiten – nur so viel: Ich musste ein bisschen in meinem Zimmer herumräumen, weil ich auf dem Schrank, unter dem Bett und auf den Regalen schon vorher keinen Platz mehr für Schuhe hatte... :D

Bis ich zurück in Rugby war, dauerte es aber noch eine Weile... Ich hätte in Birmingham zwei Züge nehmen können, die nach Rugby fuhren, aber ich hatte ein Ticket für einen bestimmten Zug gebucht und musste den natürlich abwarten. Fantastischerweise kam der aber nicht und ich wartete und wartete und nach einer halben Stunde sagte man durch, dass er gestrichen wurde. Juhu.. Ich musste schließlich einen Zug nach Coventry nehmen und dort noch mal 20 Minuten auf den Anschluss warten. Ahhh... Als ich endlich total kaputt im Crescent Centre eintrudelte, war hier gerade wieder Big Party der LXX und XX und ich versuchte mich halb erfolgreich an meinen Schülern vorbeizudrücken...

Am Sonntag habe ich mir einen ruhigen Tag gemacht, an dem ich hauptsächlich in meinem Zimmer und der WG aufgeräumt und geputzt habe, weil Caroline endlich zu Besuch kommt! Da soll es natürlich besonders ordentlich sein! Am Abend hatte ich meine duty night in Griffin, die normal ablief.

Ich freute mich den ganzen Montag tierisch auf Caro und strahlte die meiste Zeit. Nicht mal der Regen konnte mir meine Laune vermiesen. Meine Vorfreude steigerte sich noch weiter bis Dienstag, als Caroline ankam.

14.3.08 01:14, kommentieren

Caro ist da!

Was ich noch ganz vergessen hatte, ist, dass ich am Montagabend bei einem Konzert der Rugby School Choral Society und dem Rugby Concert Orchestra war. Ich bin mit meiner Matron Liz hingegangen und hörte ein super Konzert (für Interessierte: Polovtsian Dances – Alexander Borodin, Violin Concerto in G minor – Max Bruch, Carmen [Concert version] – Georges Bizet), bei dem mindestens 150 Leute auf der Bühne standen! Der Chor bestehend aus Schülern und ein paar Lehrern der Schule war riesig und auch das Orchester hatte viele Mitglieder. So etwas könnte keine mir bekannte deutsche Schule auf die Beine stellen...

Aber nun zu Dienstag! Nach meinem Schultag und einer kurzen Pause in der WG eilte ich gegen halb vier in die Fußgängerzone und fiel Caroline in die Arme. Soooo ein toller Moment!!! Total beschwingt spazierten wir über das Schulgelände und trafen gleich drei ehemalige Schüler von Caroline (die teilweise jetzt meine sind). In der Wohnung zeigte ich Caro erst mal alle Veränderungen und als wir uns eine heiße Schokolade machten, kamen gerade Marie, Amandine und Laurianne in die WG – argh. Aber gut, so konnte ich Caro gleich vorstellen und Amandine freute sich sicher auch, sie wiederzusehen.

Später gingen wir zwei nach Rupert Brooke, um den Köchen hallo zu sagen. Die Matron Jan hatte leider ihren freien Tag. Also spazierten wir weiter zum Modern Languages Department, wo ich Caro durch den neuen Flügel führte, den sie noch als den ehemaligen Bookshop kannte. Wir trafen Wendy und Crispin, die sich mit mir freuten, dass Caro da ist.
Um 18 Uhr machten wir uns auf nach Dean und feierten ein Wiedersehen mit Chantal beim Abendessen. Im Anschluss schmiss Caro meine wöchentliche Deutschstunde mit dem Mädel in Dean, so dass ich nicht so viel denken musste, super! Nachdem wir das Boarding House verlassen hatten, gingen wir in den SCR und quatschten unten auf den Sofas, spielten ein bisschen Klavier und stellten ein paar Dinge über andere Leute fest *g* (Wir lästern nicht, wir stellen nur fest bzw. erörtern Tatsachen...) Später ließen wir den Abend „zu Hause“ ausklingen und redeten noch bis fast 0 Uhr auf Caros Bett sitzend. Herrlich!

1 Kommentar 16.3.08 15:33, kommentieren

2 deutsche Assistants auf einmal, Language Competition und danach, Reunions am Donnerstag

Den Mittwochmorgen begannen wir mit einem schönen Frühstück, das wir mit einem Kaffee in Alisons Stunde mit der XX (die Klasse besteht aus zwei Schülerinnen, die dieses Jahr ihr Abitur machen) fortsetzten. Ich nahm Caro mit in alle meine Stunden, also mit zu meiner geliebten LXX, zu unserem „gemeinsamen Stimmungsheber“ unter den Schülern M (Name aus Schutz der Person geändert *g*) und meinem kleinen F-Block-Schüler (also jung nicht klein, denn er ist jetzt schon mit 13 1,80m groß ), dem jüngeren Bruder zweier Schülerinnen, die wir beide hatten bzw. haben. (Mensch, ist das kompliziert, wenn man keine Namen nennen will...) Alle Schüler, die Caro noch kannten, waren ein wenig verunsichert von zwei Deutschen, die praktisch synchron ihre Fehler verbesserten. Für uns natürlich unglaublich lustig. Hihi..

Zum Mittagessen gingen wir nach Stanley und auch da traf Caro wieder viele alte Bekannte. Bevor wir die Stadt unsicher machten und alle Veränderungen begutachtet wurden, schauten wir noch kurz in der Schulbibliothek vorbei und quatschten ein bisschen mit Wanda, meiner Lieblingsbibliothekarin, die mich immer zum Lachen bringt – und uns heute zwei Tickets für das Voices-Konzert am Freitag aushändigte. Wir gingen dann bald in die Stadt und besuchten das Rugby Museum (über den Sport Rugby), wo wir viel Spaß (beim Fotos machen) hatten! Später zeigte mir Caro einen Park, den ich noch nie gesehen hatte. Wir saßen ein bisschen in der Sonne, aber da der Wind doch ziemlich kalt war, blieben wir nicht allzu lange und gingen lieber noch mal ins warme Department, bevor wir uns schließlich Abendessen und nette Gespräche mit Colette, Mindy, Jonathan, Sandra und Marie in Rupert Brooke genehmigten.

Im Anschluss düsten wir in die WG und da wir total Lust auf heißen Toast mit Cadbury Chocolate Spread hatten (so ne Art englische Luxusnutella, die wir uns vorhin gekauft hatten), kamen wir ein bisschen in Zeitnot – trotzdem waren wir noch pünktlich im Department, wo im Foyer die Lower School Competition stattfand. Schüler im Alter von 13 bis 16 präsentierten Songs, Gedichte und Sketche auf Spanisch, Italienisch, Französisch und Deutsch. Besonders beeindruckend fand ich zwei Schüler, die aus Così fan tutte sangen und den Gewinner: Einen 13jährigen, der ALLEIN in einem langen Sketch einen Koch, einen Kellner und einen Gast darstellte – französisch redend! Unglaublich! Seinen 50 Pfund-Gutschein für DVDs, Playstation-Spiele usw. hatte er sich echt verdient!

Nach dem Wettbewerb halfen wir noch beim Aufräumen, spielten mit Leonie (Andrews Tochter) und zu unserer großen Freude hatte Crispin sein gestriges Versprechen, heute noch etwas mit uns zu unternehmen, nicht vergessen. Zum Glück zog Marie mit Andrew ab und so gingen Caro, Crispin, Rob Colley (er hatte neben Crispin ein paar Schüler am Klavier begleitet) und ich ins Restaurant Ask. Crispin bestellte einfach mal die halbe Vorspeisenkarte und dann gab es noch Pizza, Salat und 2 Flaschen Rotwein – wir verbrachten eine wahnsinnig schöne und lustige Zeit zusammen! Wir unterhielten uns über alles Mögliche und sprachen dabei auch immer mal wieder Deutsch, da ja alle Anwesenden der Sprache mächtig waren. Unvergessen bleibt sicherlich Robs Sandra-Imitation, die Caro fantastischerweise auf Video festgehalten hat. Wunderbar!

Nachdem sich Rob und Crispin nach minutenlanger Diskussion und Kreditkarten-Wettkampf geeinigt hatten, dass Crispin bezahlt, verließen wir das Restaurant – und gingen noch ins Pub. *g* Dort lud uns Rob ein und wir setzten unseren unbeschreiblich schönen Abend noch ein Weilchen fort. Gegen 0 Uhr schlenderten wir alle vier noch ein Stück zusammen, bis Caro und ich in unsere Straße abbogen und bald ins Bett gingen.

Denn am Mittwochmorgen ab 8.25h bestritten wir schon wieder zusammen meine erste Stunde. Caro kam wieder den ganzen Vormittag mit in meinen Unterricht und unser Mittagessen bekamen wir in Kilbracken, wo es sehr nett war. Direkt von dort ging’s zum Department, da ich noch eine Stunde mit meinem Lieblingsschüler nachholen musste, bei der Caro ideenreich half. Danke Caro! Da wir fast doppelt so lange wie geplant gearbeitet hatten, beschäftigten Caroline und ich uns noch ein bisschen, bis wir um 16h unseren gemeinsamen Schüler M (siehe oben) trafen und er uns auf einen Kaffee einlud. Wir unterhielten uns angeregt über seine Zukunft und Kybernetik.
Direkt im Anschluss trafen wir Noemi auf einen Tee und eine Stunde später spazierten Caro und ich nach Rupert Brooke für ein gemütliches Abendessen und der Reunion mit der Matron Jan.

Später packte ich meine Osterkleinigkeiten für Kollegen ein und schrieb Osterkärtchen, bis wir gegen 20.30h zum Merchant’s gingen, um uns mit Laura und Andrew zu treffen und ordentlich mal einen zu trinken. *g* Na ja, nach gestern mit Crispin und Rob ließen wir es ehrlich gesagt ein bissl ruhiger angehen.. Es war ein superschöner Abend!
Als wir am späten Abend zurück in der WG waren, lernten wir Maries Tante kennen, die sie für ein paar Tage besucht. Abgesehen von ihrem scheußlichen Parfum war sie total nett! Lange redeten wir aber nicht – wir gingen lieber mal gerade so vor 0h ins Bett. Gute Nacht!

18.3.08 19:38, kommentieren

Freitag: Schule, Voices usw.

Am Freitagmorgen (14.03.08) bin ich total verpeilt und viel zu spät um 7.56h wach geworden – 25 Minuten später saß ich schon in der Term-Abschluss-Schulversammlung, bei der alle besonderen Leistungen der Schüler geehrt wurden. Caro fuhr heute nach Coventry, um in einem Archiv für eine ihrer Hausarbeiten zu recherchieren. Daher musste ich meine Stunden auch alleine halten mein Highlight war die Stunde mit Alisons F-Block, die mir einen großen Lindt-Goldhasen schenkten und ein Osterliedchen für mich sangen, so süß!
In Sheriff war ich dann der einzige weibliche Gast zum Lunch, da Marie wegen ihrer Tante ebenfalls nicht kam. Ich durfte wieder bei „meinen“ F-Blocks sitzen, die sind einfach immer wunderbar unterhaltsam und so goldig. Die anderen Lehrer finden es extrem lustig und komisch, dass ich gern freiwillig bei den jüngsten Jungs im Haus sitzen möchte und das eben diese sogar kaum erwarten können, dass ich da bin und sie mir ihre neuesten Erkenntnisse über das Schulleben oder die frisch gelernten deutschen Wörter mitteilen können. Hihi

Ich ging nach dem Essen und dem obligatorischen Kaffee gleich ins Department zum meeting, in dem Jennie eine Karte und Geschenke überreicht bekam - denn sie ist ja hochschwanger (hatte ich das erwähnt?) und wird in den Ferien einen Jungen zur Welt bringen und danach nur noch ganz selten in die Schule kommen, da sie nach diesem Schuljahr die Rugby School sowieso verlässt. Unsere neue 2nd Head of Department wird übrigens Judy, von der ich schon mal erzählt habe (Französischlehrerin, wunderbar trockener Humor) und so wie es aussieht, bekommen „wir“ den Kandidaten als neuen Chef, den ich sogar kennengelernt hatte (27jähriger [!] Deutsch- und Französischlehrer) – aber das betrifft mich alles prinzipiell gar nicht, da ich ja sozusagen gleichzeitig mit Jennie und Crispin die Schule verlassen werde.

Nach dem meeting lief ich mit Maria nach Hause, die mir begeistert erzählte, dass sie für die Ferien einen Job als Aushilfe in einem Pub in Rugby gefunden habe, worüber ich natürlich nur den Kopf schütteln konnte. Ich kann einfach nicht fassen, wie jemand aus Ecuador, der wahrscheinlich nie wieder nach Europa kommen wird, so ignorant und uninteressiert an allem sein kann! In 6 Monaten ist sie immer noch nicht mal bis nach Birmingham gekommen, geschweige denn in ein anderes Land in Europa außer England – und nun nimmt sie sich nicht einmal vor, auch nur ein bisschen herumzureisen. Oh Mann…
Anyway.. In der WG war ich am Laptop und schrieb ein bisschen für meinen Blog, bis ich zu meiner letzten Stunde des Tages musste. Nach dieser wünschte ich in der Bibliothek noch schöne Ferien und holte anschließend Caro fürs Abendessen in Rupert Brooke ab.

Später marschierten wir zwei zum TSR (Temple Speech Room – dort finden immer die Schulversammlungen statt), wo wir ein Konzert hörten: "Voices" – nur mit Schülern. Es war cool, die Schüler zu sehen und teilweise auch sehr lustig.

Danach trafen wir Marco im SCR und unterhielten uns fast 3 Stunden lang. Er ist momentan überaus glücklich und entspannt, da er die Schule nach dem Schuljahr verlassen wird und einen genialen neuen Job als Physik- und Mathelehrer an einer Eliteschule ergattert hat, und zwar in DUBAI! Wahnsinn! Wir haben uns natürlich ganz doll mit ihm gefreut, aber gegen 0h fielen uns doch die Äuglein zu und wir mussten uns mal trennen. Immerhin hatten Caro und ich einen laaangen Samstag geplant!

18.3.08 23:28, kommentieren