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Eton und Windsor

Am nächsten Morgen düsten Maike und ich ganz Eton-like in ausschließlich schwarz-weiß zum „Chambers“, einer Lehrerversammlung, die täglich abgehalten wird.
Der Schuldirektor leitet das meeting, es werden wichtige Dinge angesprochen oder announcements gemacht. In Rugby haben wir auch so etwas, das SCR meeting, das aber nur jeden Mittwoch stattfindet.
Ich fühlte mich jedenfalls sehr geehrt, das ganze mitkriegen zu dürfen, da es eigentlich ausschließlich für Lehrer des Eton College ist und ich als normaler Gast dort nicht hätte dabei sein können, wenn Maike mich nicht unauffällig hineingeschmuggelt hätte.

Im Anschluss führte mich Maike in die größere der beiden Kapellen der Schule, die seghr hübsch ist. Sie beeindruckte mich aber weniger als die Rugby School Chapel, da in „unsere“ Kapelle alle Schüler und Lehrer, also mehr als 1000 Leute passen, während in Eton nur 300 oder 400 Schüler in einer Chapel sitzen können. In der Rugby School ist die Chapel allerdings auch entscheidend für die Anzahl der Schüler, da eben einfach nicht mehr Leute hineinpassen und die Schule will, dass immer alle gemeinsam dort sitzen können. Eton hat in diesem Sinne keine so starke Beschränkung und daher gibt’s dort auch über 1200 Schüler.

Nachdem ich nun auch noch die Einritzungen der Prinzen William und Harry gesehen hatte (Schüler ritzen ihre Namen ein, bevor sie die Schule verlassen), zeigte mir Maike auch noch die Bibliothek und bald darauf gingen wir ins Language Department, wo ich einer Deutschstunde des C-Blocks (Eton Bezeichnung für unsere LXX, also die Lower Sixth) beiwohnen durfte.
In der Stunde ging es um Brecht und die Schüler begannen, das Leben des Galilei zu lesen. Ihr Deutsch fand ich aber schlechter als das meiner Schüler, und auch der Lehrer sprach meiner Ansicht nach ein schlechteres Deutsch als Crispin, Jonathan und Alison an der Rugby School – obwohl ich das eigentlich nicht beurteilen darf, da er in der Stunde fast kein Deutsch gesprochen hatte (was ich aber generell nicht gut finde).

Nach der Stunde gingen wir kurz der Französin (Lucie) guten Morgen sagen und uns anschließend in Maikes Haus umziehen. Wir zwei spazierten dann in der Sonne durch Eton nach Windsor, wo ich mir (von außen) das Schloss anschaute und durch die Stadt geführt wurde. Sie besteht allerdings fast nur aus Geschäften und Restaurants. Wir grasten die meisten Cafés nach Sandwiches ab und fanden schließlich leckere Salate, mit denen wir uns auf einer Treppe niederließen. Yummie!

Später holten wir uns im McDoof noch ein Mc Flurry mit Oreo Keksen – LECKAAA!! – und setzten uns an die Themse, bevor wir diese überquerten und zurück nach Eton liefen. Dort holten wir Lucie ab und ich assistierte den beiden bei Videoaufnahmen. Sie machen ein Video für die russische Assistentin, da die als erste gehen wird. Es machte viel Spaß, aber trotzdem musste ich gegen 17h thank you and good bye sagen, da um 17.30h mein Zug in Windsor fuhr und da musste ich ja erst wieder hinlaufen. 

Ich musste in Slough und in London umsteigen und war um 19.45h in Rugby am Bahnhof. Ich hetzte so schnell wie möglich die 15 Minuten den Berg hoch bis zum Horton Crescent und so verpasste ich nur den Anfang des Viertelfinals der EM Deutschland gegen Portugal. Das Spiel war super und ich feierte alle Tore lautstark mit (Maria war ganz schockiert von meiner Fußballbegeisterung, was mal wieder zeigt, dass sie mich überhaupt nicht kennt).

Gegen 22h kam Maries Tante Pascal an. Es hatte mich schon etwas angekotzt, dass sie ausgerechnet zur selben Zeit kommen musste wie meine Mutter, aber ich konnte ja leider nichts dagegen sagen. Da sie aber nun schon ankam, hatte Marie das Gästezimmervorrecht und gab Pascal natürlich das große Zimmer oben, das direkt zwischen unseren Zimmern liegt. Daher bezog ich das Gästebett unten, in dem ich dann schlafen werde, weil ich meiner Mama nicht antun möchte, direkt neben dem Wohnzimmer schlafen zu müssen, wo Maria von früh bis spät vor der Glotze liegt.

Später ging ich voller Vorfreude auf Freitag in mein Zimmer und schlief ziemlich bald. Herrlich.

2 Kommentare 1.7.08 12:53, kommentieren



Mama zu Besuch - Lake District: Windermere

Am Freitag, 20.06.08, eilte ich nach der Schule gleich zum Bahnhof, um meine Mutter in Empfang zu nehmen! *freu* Zusammen hievten wir ihren schweren Koffer zum Taxi, das uns bis vor die Toreinfahrt zu unserem Haus fuhr. Schuld am Gewicht waren die ganzen „typisch deutschen Süßigkeiten“ sowie andere Geschenke, die ich hier in Rugby zum Abschied unter die Leute bringen möchte.

Ich zeigte Mama die Wohnung und dann packten wir gemeinsam aus, bevor wir zu einer kleinen Schultour aufbrachen. Wir gingen natürlich auch ins department, wo wir Wendy, Fiona und Chantal trafen, die sich alle sehr freuten, „Irene's Mum“ kennenzulernen.
Zum Abendessen durften wir nach Rupert Brooke kommen, damit Mama gleich weitere wichtige Menschen meiner Umgebung treffen konnte: Jan und Colette. Mindy und Kate (Mathelehrerin) rundeten unser Grüppchen ab und es war total nett – wie immer.

Am Restabend packten wir noch fürs Wochenende und gingen spät in die Betten.
Um kurz nach 7h fuhr unser Zug in Richtung Lake District. In Oxenholme mussten wir umsteigen und waren um 10h schon in unserem B&B in Windermere. Wir hatten allerdings ein großes Problem: Regen! Wir frühstückten erst mal schön zusammen, kauften uns schon mal was fürs spätere Essen und nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir mit Regenschirmen und meinem Stadtplan bewaffnet los. Nach etwa einer halben Stunde Wanderung, wobei wir in ein paar Geschäfte hineinschauten, waren wir in Bowness on Windermere am riesigen Lake Windermere angekommen.

Der Windermere ist der größte natürliche See in England. Er liegt vollständig im Lake District-Nationalpark in der Grafschaft Cumbria. Diese Gegend ist schon seit Mitte des 19. Jh. eine der beliebtesten englischen Ferienregionen (da wurde nämlich die Bahnstrecke zwischen Kendal und dem Ort Windermere fertiggestellt).
Der See ist 17km lang, an manchen Stellen 400m und an anderen 1500m breit und die maximale Tiefe beträgt 65m. Was ich sehr interessant finde, ist, dass der See einer der wenigen des Landes ist, bei denen merklich Gezeiten stattfinden.

Nun gut. Wir entschieden uns jedenfalls spontan dafür, eine Bootstour zu machen und dem Regen zu trotzen. Glücklicherweise hatten wir ein Boot, das komplett überdacht und mit Fenstern ausgestattet war, so dass es sich sogar als sehr angenehm herausstellte. Wir fuhren nach Ambleside am nördlichen Ende des Sees und wieder zurück.

Nach unserer etwa 80minütigen Fahrt schauten wir uns im Touristeninformationszentrum einen Film über die Vegetation hier und den See an und danach liefen wir wieder nach oben zurück in die Stadt und kamen patschenass im B&B an. Puh! Gott sei Dank hatten wir genug Klamotten zum Wechseln mitgebracht. Nur die Jacken und die durchgeweichten Schuhe machten uns etwas Sorgen, aber zum Glück hatte Mama geistesgegenwärtig die Hünfelder Zeitung mitgebracht und wir konnten sie in die Schuhe stopfen. *g*

Als wir wieder recht getrocknet waren, aßen wir zu Abend und machten uns eine kuschlige Restzeit im Zimmer, bevor wir relativ früh schlafen gingen. Hoffentlich kriegen wir keine Erkältung...

2.7.08 22:15, kommentieren

Lancaster

Am nächsten Morgen machten wir uns gleich nach Frühstück und Auschecken auf den Weg zum Bahnhof – wieder im Regen – und fuhren nach einiger Zeit des Wartens nach Lancaster.

Lancaster ist eine ehemalige, mittelalterliche Hafenstadt (am Fluss Lune) in Lancashire und da wir beide noch nie dort gewesen sind, dachten wir, das ist das richtige Ziel!
Als wir in Lancaster ankamen, regnete es unglaublicherweise nicht; es war nur etwas windig. Wir liefen einfach drauf los und hatten nach 2 Minuten die Priory Abtei und das Castle gefunden. Da die Öffnungszeiten aber verrieten, dass letzteres noch lange auf haben würde, verschoben wir unseren Besuch auf später und gingen erst ins Stadtzentrum.

Dort bummelten wir durch ein paar Geschäfte (ich legte mir natürlich gleich mehrere DVDs zu *g*), wir fanden das Rathaus und die Markthalle, die wir schon auf Postkarten gesehen hatten. Es war herrlich, stress- und regenfrei!
Gegen 15h spazierten wir zurück zum Schloss und nahmen an einer über einstündigen Führung teil, die von einem goldigen, (schwulen,) mit Schmuck „verzierten“, lang-schwarzhaarigen Mittelalter-Gothic-Verschnitt-Typen geleitet wurde, der kleiner war als ich.

Die Führung war erste Klasse! Wir merkten gar nicht, wie schnell die Zeit verging, während wir die Shire Hall mit hunderten von Wappen an den Wänden besichtigten, den noch immer fast täglich genutzten Crown Court, den Grand Jury Room, den Hadrian's Tower, in dem früher Gefangene eingekerkert wurden und in dem wir jetzt alte „Handketten“ heben durften, um zu erfahren, wie schwer sie sind. Wir schauten uns auch alte Gefängniszellen an – in die sich einige Leute der Gruppe einsperren ließen (u.a. die mit einem nervigen Kind), aber leider ließ unser Führer sie nach einigen Minuten wieder raus – sowie den Drop Room, in den früher die Verurteilten direkt vor ihrer Hinrichtung gebracht wurden.

Abschließend muss ich noch festhalten, dass das Schloss gleichzeitig das älteste noch immer betriebene Gefängnis Englands beherbergt. Derzeit gibt es 240 Insassen (allerdings nur Verurteilte für weniger schwere Delikte).

Nach unserer wirklich informativen Tour machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof und fuhren schließlich zurück nach Rugby.

In der WG kochten wir schön und nach dem Essen half mir Mama schon mal mit dem Sortieren und Einpacken meiner Geschenke zum Abschied Anfang Juli.

6.7.08 22:11, kommentieren

Schulführung und Kino in Coventry

Am Montagmorgen (23.06.08) frühstückten wir erst einmal ausgiebig und machten noch ein bisschen weiter mit dem Einpacken der Geschenke. Außerdem spazierten wir nach Griffin, um meiner Matron Liz hallo zu sagen, aber leider war sie nicht da, so dass wir stattdessen noch eine Weile in die Stadt bummeln gingen.

Für 14h hatten wir eine Schulführung gebucht. Ich wollte die schon am Anfang meiner Zeit hier machen, aber aus welchen Gründen auch immer hatte ich es nie getan und da ich nun bald wieder gehen muss, fand ich die Idee ziemlich gut: Mutter und Tochter machen guided tour of Rugby School! Wir 2 waren letztlich sogar die einzigen Teilnehmer und hatten die nette Tourführerin ganz für uns. Sie erzählte uns soo viel über die Schule, dass ich das unmöglich hier aufschreiben kann. Wir besichtigten den Close, die Chapel, die Memorial Chapel, den OBS (Old Big School), Dr Thomas Arnolds (wichtiger Schuldirektor) altes Klassenzimmer, in dem es fantastische Einritzungen von Schülern aus dem 18. und 19. Jh. an den Wänden gibt und das heute noch für Lateinstunden verwendet wird und einige weitere Orte. Die Führung endete im Schulmuseum. Nach fast eineinhalb Stunden waren wir um einige Eindrücke reicher und verabschiedeten uns, um zum Bahnhof und nach Coventry zu fahren.

Dort wollten wir nämlich ins Kino gehen. Der Plan war gewesen, erst schnell das Kino zu suchen, die Karten zu kaufen und dann noch mal in die Stadt zu bummeln. Allerdings ging dieser Plan nicht wirklich auf. Wir liefen meinem besch..... Straßenplan folgend ewig lange in die falsche Richtung und nahmen letztendlich ein Taxi zum Kino, um noch rechtzeitig dort zu sein. Wenigstens konnten wir uns dann entspannen. Wir schauten „Sex and the City: The Movie“. Ich hatte extra die ganze Zeit gewartet und ihn mir noch nicht angesehen, damit wir nun gemeinsam reingehen konnten.
Das Serienfinale fand ich zwar besser als das Ende des Films, aber trotzdem war er schöön.

Im Anschluss spazierten wir dann doch noch in die Stadt und gingen zu den Kathedralen, damit Mama ihr Gedächtnis von früher auffrischen konnte. Um 22.irgendwas Uhr ging's wieder nach Rugby. In der WG machten wir uns noch einen gemütlichen Restabend.

Ich musste diese Woche übrigens nicht arbeiten, da gerade Lower School Exams abliefen und dafür gab es extra Stundenpläne, in denen assistants angenehmerweise nicht berücktsichtigt wurden. Yeah!

1 Kommentar 6.7.08 22:27, kommentieren

Royal Leamington Spa

Auch unseren Dienstag begannen wir wieder mit einem netten Frühstück, das heute leider untermalt war von Marias Talkshow-Geglotze. Aber dafür war heute Morgen Maries Tante abgereist, so dass wir das Gästezimmer im oberen Stockwerk erobern konnten für die letzten Nächte.

Bald machten wir uns auf den Weg in die Clifton Road, in der unser Bus nach Leamington Spa fuhr. Dort spazierten wir im Sonnenschein zunächst um die große Kirche (Namen vergessen) herum und schauten uns die Art Gallery und das Museum an, das im selben Gebäude liegt wie die Royal Pump Rooms and Baths, die 1814 nahe am Fluss Leam eröffnet wurden.

Im Anschluss schlenderten wir durch die Jephson Gardens, die auf Grund ihrer Schönheit bereits mehrfach prämiert wurden.
Wir gingen dann eine Weile shoppen und bummeln und als wir auf dem Weg zurück in den Park waren, trafen wir Amandine auf der Straße. Wir redeten ein bisschen und ich stellte sie meiner Mutter vor.
Zur Zeit ist Amandine ziemlich sauer auf die Rugby School wegen folgender Geschichte: Amandine ist vor etwa 2 ½ Jahren für eine frz. Assistentin eingesprungen, die die Schule mitten im Jahr verlassen hatte. Seitdem hat sie als Teilzeitkraft im Department gearbeitet. Während Jennie krank war, hat sie ihre Französischstunden übernommen und es wurde ihr sogar mitgeteilt, dass sie wahrscheinlich als „richtige“ Lehrerin engagiert wird im kommenden Schuljahr. Nun wurde aber spontan ein neuer Lehrer verpflichtet für das nächste Jahr und außerdem werden ab jetzt von der Schule 2 frz. assistants angefordert. Daher wurde Amandine einfach gekündigt und sie hatte schon Vorbereitungen für ihren Unterricht im nächsten Schuljahr getroffen. Wir waren alle außer uns, als wir das hörten. Amandine ist nämlich teurer als die British Council assistants und das ist garantiert der einzig wahre Grund für ihre Entlassung. Aber natürlich „darf“ sie dieses Schuljahr noch zu Ende arbeiten.

Anyway, nach unserem Gespräch mitten an Leamingtons Haupteinkaufsmeile kehrten meine Mama und ich zurück in die Jephson Gardens und picknickten.

Später nahmen wir einen Bus zurück nach Rugby, wo wir nur kurz in der WG Pause machten, bevor wir ab nach Dean düsten. Ich hatte Chantal gefragt, ob ich meinen hohen Besuch mitbringen darf und sie freute sich sehr. Wir aßen also mit ihr, Amy und Kay (und den girls) zu Abend und unterhielten uns danach noch eine Weile. Dann zeigte ich Mama den großen Garten des Hauses und wir wurden von Jazzie, Chantals Katze, geführt, die tatsächlich in alle Ecken des Gartens lief. So goldig.

Nachher in der WG packten wir schon mal ein bisschen Koffer um, beschäftigten uns noch einmal mit den Geschenken und ließen den Abend ziemlich ruhig ausklingen.

6.7.08 23:10, kommentieren

Birmingham, bye Mama, Griffin Barbecue

Unseren Mittwoch verbrachten Mama und ich in Birmingham. Wir spazierten gleich durch das riesige Einkaufszentrum (Bullring), schauten uns die St Martin's Church an und liefen durch die Stadt. Wir gingen zum Rathaus, schauten in die Art Gallery rein, gingen in eine Andachtskapelle (für Veteranen) und liefen im stürmischen Winde noch bis zur symphony hall. Dann drehten wir um und begaben uns auf die Suche nach der Cathedral und nach einiger Zeit hatten wir sie gefunden und gingen rein. Wir bekamen noch die letzten 10 Minuten des katholischen Mittagsgottesdienst mit. Danach gingen wir in ein paar Läden, vor allem verbrachten wir aber bestimmt eineinhalb Stunden in Primark. *g*


Als wir unseren Zug zurück nach Rugby nehmen wollten, mussten wir feststellen, dass er gecancelt war und wir mussten in einen Zug einsteigen, der einen Umweg fuhr. Aber irgendwann waren wir in Rugby und setzten uns ziemlich bald vor die Fußballberichterstattung.

Heute was das Halbfinale Deutschland gegen die Türkei. Wir schauten es teilweise zusammen mit Maria. Es war schrecklich spannend, da Deutschland nicht wirklich toll spielte und dann war auch noch dauernd Bildausfall! Furchtbar. So verpassten wir auch Kloses Führungstor gegen Ende! Den Ausgleich der Türken und Lahms wunderschönes Tor zum glücklichen Sieg mit 3:2 sahen wir dann wieder. Ich hatte mir die Seele aus dem Leib gerufen während des Spiels.


Am Donnerstag, 26.06.08, gingen Mama und ich noch mal nach Rugby in die Stadt und gegen Mittag fuhren wir zum Bahnhof. Dort kaufte ich meine Fahrkarte wieder bei meinem Lieblingsbahnangestellten Paul. Wir hatten mal wieder Zeit, ein bisschen zu reden. Er ist echt goldig. Aber dann fuhren Mama und ich zum Flughafen, ich kam beim Einchecken mit und nachdem wir noch ein bisschen geredet hatten, musste ich meine Mama beim Security Check “abgeben” und mich verabschieden. Aber nun sind es nicht mal mehr ganze 2 Wochen bis wir uns wiedersehen.


Freitag hatten Marie und ich unser letztes Mittagessen in Sheriff House und es war noch einmal richtig schön. “Mein” F-Block, mit denen ich ja immer zusammen sitze, hatten eine Karte für uns geschrieben, so süß! Jeder hatte was Liebes geschrieben, oooch! Ich durfte die Karte behalten, da Marie ja eh nicht so viel mit ihnen zu tun gehabt hatte. Ich klebte sie dann in mein goodbye Buch, das ich mit Carissa angefangen hatte und in das ich jetzt alle anderen schreiben lassen will!

Nach dem Kaffee machte ich Abschiedsfotos von der Freitagsbesetzung Peter, Jon, Chris und uns und dann verabschiedeten wir uns.


Am Abend ging ich nach Griffin, da ich doch tatsächlich zum Staff Barbecue alias Leavers' Barbecue eingeladen worden war. Nur Max und Rachael (assist. Housemistress) bleiben nämlich in Griffin als Tutoren neben Mrs Naylor, da Ruth keine Lust mehr hat, Judy nach Stanley geht, Catherine die Schule verlässt, Lucy schwanger ist und ich ja auch gehe.

Ich half Liz (Matron) und Mo (Koch) beim Grillschutz aufhängen und später gingen wir alle raus in den Garten. Es regnete zum Glück nicht, aber angenehm war es draußen auch nicht. Es waren alle gekommen und wir unterhielten uns gut. Mo und Helen (die beiden Küchenchefs) verausgabten sich ziemlich mit dem Grillen und den Massen an Essen! Es gab 5 verschiedene Salate, mehrere Beilagen, tolles Gemüse und unglaublich gutes Fleisch. Ich weiß nicht, wie es so saftig sein konnte.
Da habe sogar ich mal ein Stück Steak gegessen – sonst esse ich nämlich nie Rindfleisch.

Später am Abend verteilte Mrs Naylor ihre Geschenke. Ich musste Begeisterung vorspielen, denn mein Geschenk war nicht gerade toll: Ein postkartengroßes Bild von alten Rugbyspielern vor einem alten Gebäude der Rugby School in einem viel zu großen Holzbilderrahmen. Schrecklich! Ich musste sogar eine kleine Rede halten und hätte beinah gesagt, wie sehr mich meine Sunday duty genervt hat. Aber ich blieb nett und bedankte mich höflich. Außerdem verteilte ich sogleich meine Geschenke und ich hoffe, Anne hat sich wenigstens schlecht gefühlt, dass sie von mir ein Fotoalbum und Ohrringe und einen passenden Ring bekommen hat! Eigentlich hätte ich ihr den Schmuck gar nicht schenken sollen, blöd. Na ja, ich bin halt zu gut erzogen.

Später wurde es draußen zu kalt, so dass wir rein gingen und noch ein bisschen zusammen herumstanden. Ich verabschiedete mich um 23h und in der WG schrieb ich bis fast 3 Uhr morgens Goodbye-Karten und packte Päckchen win! Erst als ich echt nicht mehr konnte und meine Augen von meinen Kontaktlinsen halb ausgetrocknet waren, hörte ich auf und ging schlafen.

8.7.08 00:25, kommentieren

Packen, LXX Performance Evening, EM-Finale

Den folgenden Samstag verbrachte ich eigentlich ausschließlich mit Packen, Aufräumen, Musik hören, Blog schreiben und Panik bekommen, dass ich zu viel Zeug habe und das alles keinesfalls ins Auto passen kann... Ahh! Ich telefonierte zwischendurch mit zu Hause, bis mir einfiel, dass ich um 16h mal was essen könnte und schließlich stellte endlich die Präsentation für Jonathan fertig, die ich am Montag (30.06.) halten sollte, Thema: Interpretationsansätze zu „Der Besuch der alten Dame“! Juhu.


Am Sonntag packte ich weiter und später traf ich unten in der Wohnung einen Freund von Maria aus Ekuador, mit dem ich mich sehr nett unterhalten konnte. Ein Wunder... Sonst schleppt sie immer so komische Leute an.

Gegen 19h düste ich mit Maria, Marie und Amandine zum LXX Performance Evening, bei dem alle LXX-Schüler etwas in ihrer/n Fremdsprache/n präsentieren müssen, beispielsweise Musik, Sketche oder Filme. Meine LXX hatte eine Szene aus „Die Physiker“ nachgespielt und gedreht und es war fantastisch! Ich habe mir von einem meiner Lieblingsschüler (Will) den Clip natürlich bald geben lassen. Ein Meisterwerk. *gg*

Übrigens hatte ich meinen Laptop mitgenommen, um auf dem Liveticker das EM-Finale Deutschland-Spanien zu verfolgen! Als die Performances zu Ende waren, ging's nach Rupert Brooke zu einem Abendsnack. Noemi und ich hetzten zum Fernseher und wir schauten Fußball. Als Verstärkung bekam ich Henri (Deutscher aus der LXX, mit dem ich mal 2 Stunden vor den Prüfungen hatte, sehr nett), aber gegen die lautstarke Noemi und die Spanischlehrer Neil und Colette konnten wir nicht ankommen. Schon gar nicht bei dem grottenschlechten Spiel des deutschen Teams... 

In der Halbzeit wurden kurze Reden auf uns assistants gehalten und wir bekamen Geschenke vom Department durch Jonathan überreicht (nur Souvenirs, aber den Leavers' Ball kriegen wir ja auch bezahlt). Das war nett.

Das Spiel natürlich weniger, wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, denn es endete 1:0 für Spanien. Peinlich... Colette bedauerte mich sehr.

Nach ein bisschen Reden mit Amandine im Anschluss schlenderten Andrew, Amandine, Marie, Maria und ich ins Merchant's und blieben dort, bis das Pub dicht machte.
In der WG ging's weiter, ich war aber etwas nervös über meine Präsentation für die LXX am nächsten Morgen, las sie mir durch usw. Wir schauten ein bisschen Glastonbury Festival am TV und erfuhren via SMS, dass Marco dort ist! Wie gemein. Und so ging mein Wochenende zu Ende!

1 Kommentar 8.7.08 02:03, kommentieren